Seit dem Jahr 2000 sind Krankenhäuser in Deutschland gemäß § 135a Abs. 2 SGB V zu einem internen Qualitätsmanagement verpflichtet. In der Palliativmedizin ist die Outcome-Messung erschwert, da Patienten oft keine Selbsteinschätzung mehr abgeben können. Klassische Indikatoren wie die Besserung des Gesundheitszustands oder Todesraten sind ungeeignet. Von großer Bedeutung ist hingegen die Zufriedenheit mit der Versorgung, die Zufriedenheit von Patienten und Angehörigen korreliert stark. Vergleichende Analysen verschiedener Betreuungsformen sind selten. Diese Studie untersucht retrospektiv die Zufriedenheit von Angehörigen in Abhängigkeit von der palliativen Betreuung. Hierzu wurde eine telefonische Nachbefragung mit dem validierten FAMCARE-2-Fragebogen durchgeführt, der 17 Items zu den Bereichen Symptommanagement, Informationsversorgung, Familienunterstützung und psychologische Betreuung umfasst. Eingeschlossen wurden 100 Patienten, die zwischen dem 01.07.2016 und dem 20.05.2017 verstarben und durch eines oder mehrere der folgenden Teams betreut wurden: ambulantes Palliative-Care-Team Jena, stationäres palliativmedizinisches Komplexbehandlungsteam, Team der Palliativstation des Uniklinikums Jena. Die meisten Patienten litten an einer onkologischen oder hämatologischen Erkrankung und waren durchschnittlich 74,3 Jahre alt. Die Ergebnisse zeigten hohe Zufriedenheitswerte, vergleichbar mit anderen FAMCARE-2-Studien. Angehörige von Patienten mit Betreuung durch die Palliativstation waren hinsichtlich des körperlichen Wohlbefindens und der Reaktion auf wechselnde Behandlungsbedürfnisse signifikant zufriedener (α = 0,002; α = 0,013). Die höchsten Zufriedenheitswerte zeigten sich hinsichtlich der Wahrung der Würde der Patienten, während Informationen zu Nebenwirkungen am schlechtesten bewertet wurden. Eine Beeinflussung durch die soziale Erwünschtheit ist möglich. Künftige Studien sollten nicht-onkologische Patienten sowie Angehörige mit Sprachbarrieren stärker einbeziehen.