- Hintergrund: Bei der Therapie des Mammakarzinoms stellt die Radiotherapie eine wichtige Säule dar. Da die manuelle Konturierung von Zielvolumina und Risikoorganen in der Bestrahlungsplanung sehr zeitaufwendig ist, kommen automatische Verfahren zum Einsatz. Eine Möglichkeit bietet atlasbasierte automatische Segmentierung (ABAS).
- Ziele: Es wird der Frage nachgegangen, ob atlasbasierte Konturierung eine Erleichterung der Arbeitsroutine darstellt. Dazu müssen konturierte Strukturen möglichst ähnlich zu manuell konturierten Strukturen sein. Um die Qualität der ABAS beurteilen zu können, werden Vergleichsmetriken benötigt. Hier kommen dazu der Dice Similarity Index (DSI) und die Hausdorff-Distanz (HD) zur Anwendung.
- Methoden: In die Untersuchung wurden Patientinnen eingeschlossen, die zwischen 2017 und 2019 mit einem linksseitigen Mammakarzinom am Universitätsklinikum Jena behandelt worden sind. Es gab pro Patientin eine CT in freier Atmung (FB) und eine in tiefer Inspiration (DIBH). Es wurden zwei Atlanten in FB und in DIBH erstellt. Zur Beurteilung der Konturierungen kam der DSI zum Einsatz. Dieser kann Werte zwischen 0 und 1 annehmen. 0 entspricht einer fehlenden Überschneidung und 1 bedeutet eine vollständige Überschneidung zweier Volumina. Daneben kam die HD zur Anwendung. Diese gibt die Ähnlichkeit zwischen zwei Punktmengen an. Es wird die räumliche Lage jedes Punktes der Strukturgrenzen berücksichtigt.
- Ergebnisse: Die prozentualen Volumendifferenzen sind im Mittel in DIBH geringer als in FB. Die geringste Differenz ergibt sich für das Herz in FB. Große Volumendifferenzen zeigen sich bei der LAD. Ein genereller Einfluss der Brustgröße oder des Lungenvolumen konnte nicht nachgewiesen werden. Schlussfolgerungen: Atlasbasierte Konturierung stellt eine sinnvolle Ergänzung in der Bestrahlungsplanung dar. Zeitsparende und zielgerichtete Konturierung von CTV und OAR (Organs at risk) wird ermöglicht. Eine manuelle Nachbearbeitung bleibt jedoch nötig.