- Einleitung: Osteoporotische Frakturen der Wirbelsäule sind ein zunehmendes Gesundheitsproblem bei steigender Inzidenz der Osteoporose. Aufgrund der Tatsache, dass es weltweit keine einheitliche Versorgung von osteoporotischen Wirbelfrakturen gibt, wurde von der AG OF der DGOU die OF-Klassifikation auf Basis der Frakturmorphologie entwickelt, welche außerdem Therapieempfehlungen für die einzelnen Frakturtypen ausspricht. Zur Entscheidungsfindung der Versorgung von osteoporotischen Wirbelfrakturen wurde unter Berücksichtigung von patientenindividuellen Komorbiditäten der Therapiescore bzw. OF-Score entwickelt. Dieser spricht abhängig von den Komorbiditäten eine Empfehlung zur konservativen, indifferenten oder operativen Therapie aus.
- Ziel: Die klinische Anwendbarkeit der OF-Klassifikation und das klinische Outcome von Patienten zu bewerten, die sowohl OF-Score konform als auch nonkonform therapiert wurden. Material und Methoden Im Rahmen der deutschlandweiten multizentrisch-prospektiven Studie (EOFTT) wurden 2017 bis 2020 518 Patienten mit osteoporotischen thorakolumbalen Wirbelkörperfrakturen eingeschlossen. Diese wurden prospektiv im Rahmen eines einjährigen Follow Up Zeitraums regelmäßig untersucht.
- Ergebnisse und Diskussion: Diese Studie belegt erstmals, dass Therapieempfehlungen gemäß OF-Klassifikation und OF-Score im signifikanten Einklang mit der Versorgung von Patienten mit osteoporotischen Wirbelfrakturen stehen. Unabhängig von der Therapiekonformität wurde in allen Patientengruppen eine signifikante Verbesserung in den klinischen Tests (VAS-P, TUG, ODI, Barthel-Index, EQ5D-5L-Index, EQ VAS) gemessen. Der VAS-P, TUG, ODI und EQ VAS klären die Therapieentscheidung zu 78% auf, wobei der VAS-P eine entscheidende Rolle spielt. Der OF-Score besitzt einen prädiktiven Wert von 71% und schneidet schlechter ab. Daher sollte die Anpassung des OF-Scores mit Änderung des VAS-P Schwellenwerts von ≥ 4 auf ≥ 5 diskutiert werden.