Evaluation ambulanter Psychotherapie : Effectiveness, Efficiency und Prädiktoren des Therapieerfolgs

Psychische Störungen zählen zu den häufigsten Erkrankungen. Etwa die Hälfte der Psychotherapien erfolgt ambulant. Die vorliegende Habilitation fasst die Ergebnisse von zehn Originalarbeiten des Autors zusammen, welche Wirksamkeit ambulanter Psychotherapie unter Routinebedingungen (effectiveness), Kosteneffektivität (efficiency) und Wirkmechanismen untersuchten. Hinsichtlich der effectiveness belegen die Daten mittlere bis große Effektstärken im Sinne einer Reduktion von Symptomen und Steigerung der Lebensqualität. Selbst bei Patienten mit Therapieabbruch aus qualitätsrelevantem Grund wurden kleine Effektstärken festgestellt. Bezüglich der efficiency wurden Jahressummen der direkten Versorgungskosten vor einer ambulanten Psychotherapie mit den Kosten nach der Therapie verglichen. Hierbei waren eine Verminderung von stationären Kosten und Arbeitsunfähigkeitstagen (AU-Tage) bei Patienten mit regulärem Therapieende und Patienten mit qualitätsrelevantem Abbruch festzustellen. Die Summe der Kostenreduktion bei regulär beendeten Therapien überstieg nach zwei Jahren die Kosten der Therapie. Regressionsanalytische und clusteranalytische Untersuchung der Wirkmechanismen ambulanter Therapien belegten, dass die initiale Symptomatik des Patienten, die Bindung des Patienten, die Person des Therapeuten (Therapeuteneffekte), die therapeutische Beziehung und die nonverbale Kommunikation (nonverbal synchrony) für den Erfolg der Therapie bedeutsam sind. In der Gesamtschau scheint insbesondere die Untersuchung der nonverbalen Mikroprozesse zu einem besseren Verständnis der Wirkmechanismen ambulanter Psychotherapie beitragen zu können. In ihnen offenbaren sich sowohl maladaptive Interaktionsmuster einer unsicheren Bindung, als auch deren therapiebedingte Überwindung sowie die therapeutisch eingesetzten Mittel.

Cite

Citation style:
Could not load citation form.

Rights

Use and reproduction: