Kognitive Nähe und Wissenstransfer in Coworking Spaces : Eine explorative Untersuchung

Auseinandersetzungen mit den Nutzungsmotiven von Coworkern haben gezeigt, dass der Wissensaustausch mit den anderen Mitgliedern als ausschlaggebender Vorteil bei der Entscheidung zur Arbeit in Coworking Spaces angeführt wird. Angesichts der Tatsache, dass sich Coworker gemeinhin durch eine hohe Diersität in Bezug auf ihre professionellen Hintergründe auszeichnen, lässt sich jedoch hinterfragen, ob zwischen ihnen eine ausreichende Absorptionsfähigkeit besteht, um von einem Austausch personen- und kontextgebundenen Wissens profitieren zu können. Daher soll in diesem Artikel der Frage nachgegangen werden, welche Rolle kognitive Nähe für den Wissenstransfer zwischen heterogenen AkteurInnen in Coworking Spaces spielt. Dazu wird das Konzept kognitiver Nähe aus der Wirtschaftsgeografie auf den Kontext der Coworking Spaces übertragen. Zur Entwicklung eines geeigneten Untersuchungsmodells werden im ersten Schritt ExpertInneninterviews mit BetreiberInnen und Community Managern von Coworking Spaces durchgeführt. Auf dieser Basis folgt im zweiten Schritt eine Fragebogenerhebung
unter den Coworkern, um abschließend belastbare Hypothesen zum Zusammenhang
zwischen kognitiver Nähe und Wissenstransfer in Coworking Spaces abzuleiten. Die Ergebnisse legen nahe, dass sich eine Ähnlichkeit in den Technologien und der Fachsprache, die die Coworker für ihre Arbeit verwenden, positiv auf ihren Wissenstransfer auswirkt. Zudem besteht ein solcher Zusammenhang, wenn sich die TransferpartnerInnen ein selbstständiges oder freiberufliches Beschäftigungsverhältnis teilen. Unabhängig davon scheinen die Coworker situativ zu beurteilen, wo sich ihre Wissensbasen abseits von Branche und Profession überlappen und damit Potenzial für einen Austausch  besteht, wobei ähnliche mentale Modelle den Wissenstransfer begünstigen.

Discussions of coworkers' motives for using coworking spaces have shown that the exchange of knowledge with other members is frequently mentioned as a decisive advantage of working there. However, given the fact that coworkers are generally characterised by a high degree of diversity in terms of their professional backgrounds, it can be questioned whether there is sufficient absorptive capacity between them to benefit from an exchange of personal and context-bound knowledge. This article will therefore explore the question of what role cognitive proximity plays in the transfer of knowledge between heterogeneous actors in coworking spaces. To this end, the concept of cognitive
proximity from economic geography will be transferred to the context of coworking spaces. To develop a suitable research model, the first step is to conduct expert interviews with operators and community managers of coworking spaces. On this basis, a questionnaire survey among coworkers will follow in a second step in order to derive robust hypotheses on the relationship between cognitive proximity and knowledge transfer in coworking spaces. The results suggest that similarity in the technologies and jargon coworkers use for their work has a positive effect on their knowledge transfer. Moreover, such a relationship exists when both transfer partners are self-employed or share a freelance occupation. Regard-less of this, the coworkers seem to assess situationally where their knowledge bases overlap
beyond industry and profession boundaries and thus where there is potential for exchange, with similar mental models favouring knowledge transfer.

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