Die Entropie der Verteilung von Kantenorientierungen als Prädiktor für die ästhetische Bewertung verschiedener Bildkategorien

Grebenkina, Maria GND

In der vorliegenden Arbeit wird der Einfluss der Entropie der Verteilung von Helligkeitsgradienten als Prädiktor für die ästhetische Bewertung durch Probanden untersucht. Grundlage für die Untersuchungen war die Tatsache, dass in der Ästhetikforschung seit Langem ein Einfluss bestimmter Bildeigenschaften auf die ästhetische Einschätzung von Versuchsteilnehmern bekannt ist. Insbesondere die Bevorzugung runder gegenüber eckiger Objekte ist ein sowohl interindividuell, als auch interkulturell geläufiges Phänomen. Unter den zahlreichen Bildeigenschaften stellte sich die Entropie der Verteilung von Helligkeitsgradienten zunehmend als wichtiger Faktor heraus. Es wird nun näher untersucht, ob die Form der betrachteten Bilder mittels der Entropie der Verteilung ihrer Helligkeitsgradienten umschrieben und diese als Prädiktor für ästhetische Bewertung genutzt werden kann. Die Entropie der Verteilung von Helligkeitsgradienten wird hier mithilfe der Shannon-Methode bestimmt, indem bei einem auf seine Kantenverläufe reduzierten Bild zum einen die Wahrscheinlichkeit des Auftretens bestimmter Kantenorientierungen (Shannon-Entropie 1. Ordnung), zum anderen die Abhängigkeit der einzelnen Kantenorientierungen voneinander (Shannon-Entropie 2. Ordnung) ermittelt wird. Es wurden sowohl bei abstrakten als auch bei natürlichen Bildern statistische Bildeigenschaften erhoben, Bewertungen durch freiwillige Versuchsteilnehmer vorgenommen und diese Daten schließlich mittels einer multiplen Regressionsanalyse miteinander verglichen. Bei einer multiplen Regressionsanalyse wird der Einfluss bestimmter unabhängiger Faktoren, in diesem Falle also der Bildeigenschaften, des Bildinhalts bzw. der Bildkategorie und der Bewertungskategorie auf den sogenannten abhängigen Faktor, in diesem Falle die Bewertung, herausgearbeitet. Es stellte sich heraus, dass die Entropie der Verteilung von Kantenorientierungen bei bestimmten Bildkategorien als Prädiktor für die ästhetische Bewertung fungieren kann. Unter bestimmten Voraussetzungen ist die Entropie der Verteilung von Kantenorientierungen ein besserer Prädiktor als die Form der untersuchten Objekte.

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