Evaluation der multicolor Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung zur Diagnostik von Harnblasentumoren

Fritsch, Tobias GND

Die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (mFISH) ermöglicht die Diagnostik von Urothelkarzinomen mit einer höheren Sensitivität als die Urinzytologie bei einer vergleichbaren Spezifität. Unsicherheiten bestehen jedoch aufgrund einer erheblichen Schwankungsbreite der publizierten Ergebnisse und der geringen Sensitivität in der Diagnostik von nicht muskelinvasiven gut differenzierten Tumoren. Anhand der Urinuntersuchungen (144) konnte für die mFISH eine Sensitivität von 49,5 % bei einer Spezifität von 81,5 % festgestellt werden. Für pTa-, pT1- und für muskelinvasive Tumoren (≥ pT2a) ließ sich eine Sensitivität von 35,9, 62,5 und 100 %, für die G1-, G2- und G3-Tumoren 35,6, 60,7 und 91,7 % ermitteln. Die zum Vergleich parallel angefertigte Urinzytologie konnte eine Sensitivität von 41,5 % (pTa: 35,6, pT1: 45,8, pT2a: 87,5, G1: 30,3, G2 und G3: 60 %) bei einer Spezifität von 79,3 % erreichen. Durch die Kombination beider Methoden (Zytologie und mFISH) ließ sich die Sensitivität auf 57,5 % (pTa: 46,2, pT1: 75, ³ pT2a: 100, G1: 41,4, G2: 80,7 und G3: 91,7 %) erhöhen. Die Spezifität betrug hierbei 74,2 %. Eine höhere Sensitivität von 74 % ergab sich für die parallel durchgeführten mFISH des Tumormateriales (73 Fälle) (pTa: 70,6, pT1: 76,9, pT2a: 85,7, pT3a: 100, pT3b: 100, G1: 68,8, G2: 75 und G3: 100 %). Es konnte gezeigt werden, dass die mFISH im Vergleich zur Urinzytologie eine höhere Sensitivität bei vergleichbarer Spezifität aufweist. Bei schlecht differenzierten Tumoren und muskelinvasiven Befunden ist eine sichere Aussage möglich. Durch die Kombination der Urinzytologie mit der mFISH kann eine weitere Verbesserung der Sensitivität erreicht werden. Anhand des Vergleiches mit den Tumorgewebeproben ließen sich Ansatzpunkte für eine Verbesserung des Tests erkennen. So besteht die Möglichkeit durch weitere Sonden, welche frühe genetische Veränderungen der Urothelkarzinome erfassen, die Sensitivität dieses Tests zu erhöhen.

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Fritsch, Tobias: Evaluation der multicolor Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung zur Diagnostik von Harnblasentumoren. 2010.

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