In der vorliegenden Dissertation wurde der lokale Wärmestrom an der Heizplatte mit einer neuartigen Messtechnik im Bereich der Rayleigh-Bénard Konvektion für verschiedene thermische Randbedingungen in unterschiedlichen Geometrien erforscht. Unter Verwendung einer Wärmebildkamera, mit einer hohen Datenrate (30 fps) und einer hohen Auflösung (640 px x 480 px) konnte die Wandwärmestromdichte an der Grenzfläche zwischen einem Festkörper und einem Fluid bestimmt werden. In einer schlanken rechteckigen Konvektionszelle (Höhe 2.5 m, Länge 2.5 m, Breite 0.65 m) wurde der lokale konvektive Wärmetransport für 1.36e10≤Ra≤5.45e10 untersucht. Innerhalb dieser Konvektionszelle ist die großskalige Wirbelstruktur in eine Raumrichtung fixiert. Die Messungen ergaben eine inhomogene Verteilung der mittleren Wandwärmestromdichte, wobei eine Variation von bis zu 37% bezüglich des globalen Wärmestromes festgestellt wurde. Auf Grundlage dessen wurde der lokale Wandwärmestrom in drei Teilregionen (Prallströmung, Zentrum und Eckströmung) untergliedert und die lokale Skalierung der Wandwärmestromdichte in Abhängigkeit von der Rayleigh-Zahl berechnet. In einer zylindrischen Geometrie mit Γ=1.13 wurde für 1e11≤Ra≤8e11 die Dynamik einer dreidimensionalen Konvektionsströmung erforscht. In Übereinstimmung mit den Ergebnissen des quasi-zweidimensionalen Falls variiert der zeitgemittelte lokale Wandwärmestrom um bis zu 30% im Vergleich zu dem globalen Wärmestrom. Die Hauptebene der großskaligen Wirbelstruktur oszillierte dabei um ±90°, wobei eine Homogenisierung des lokalen Wandwärmestromes im Zentrum zu beobachten war. Weiterhin wurde eine Erhöhung des Wandwärmestromes im Bereich der Seitenwand festgestellt, die eine Verteilung in azimutaler Richtung aufweist. Der Einfluss der Seitenwand auf den globalen Wärmetransport wurde in einem Bereich von 1.13≤Γ≤4 untersucht. Die Analyse bei einer konstanten Rayleigh-Zahl offenbarte eine signifikante Änderung des globalen Wärmestromes von bis zu 35%. Ein entscheidender Mechanismus stellt der Zerfall der großskaligen Wirbelstruktur bei Γ=1.65 dar. Diese Tatsache verdeutlicht, dass ein Konvektionsexperiment mit Γ=1 nicht die theoretischen Wärmetransportmodelle für eine horizontal unendlich ausgedehnte Fluidschicht verifizieren kann.