Trotz verstärkter staatlicher Bemühungen im Kinderschutz in Thailand profitieren insbesondere Kinder mit Flucht- und Migrationserfahrungen bislang nur unzureichend von gesetzlichen Reformen und politischen Strategien. Kinderrechtsorientierte, meist westlich finanzierte NGOs orientieren sich zudem in ihren Leitlinien an einem westlichen Kindeswohlverständnis, welches aus der UN-Kinderrechtskonvention hervorgeht, wobei zentrale Begriffe wie „Kindeswohl“ oder „soziale Gerechtigkeit“ von Fachkräften unterschiedlich interpretiert und in der Praxis heterogen umgesetzt werden. Vor dem Hintergrund internationaler Debatten zur Messung von „child well-being“ sowie kulturell unterschiedlicher Verständnisse von Kindheit bleibt die praktische Annäherung an das Kindeswohl von Kindern mit Migrationserfahrung häufig unklar. Aufbauend auf partizipativen Forschungsansätzen und der Annahme, dass Soziale Arbeit im globalen Süden eine kultursensible Reflexion erfordert, untersucht diese Arbeit das Potenzial der Participatory Action Research (PAR)-Methode Photovoice. Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern Photovoice bei lokalen Fachkräften einen Reflexions- und Positionierungsprozess im Sinne eines „Positionings“ in Bezug auf ihre professionelle Haltung, ihre Zielgruppe und das Kindeswohl initiieren kann, um den Kinderschutz für diese zu verbessern. Die Studie leistet damit einen Beitrag zur professionsbezogenen Selbstverständigung im transnationalen Kinderschutzkontext und zur Förderung einer reflektierten, kontextspezifischen Praxis.