Die Entscheidung über einen Reanimationsversuch (RV) im Falle eines Kreislaufstillstandes bei Heimbewohnern birgt häufig Unsicherheiten bei Pflegefachkräften und Ärzten. Eine Vorausplanung von RV kann eine Möglichkeit darstellen, diese zu reduzieren. Hierbei kann auch eine Vorabbeurteilung der medizinischen Indikation für RV erfolgen und damit eine individualisierte Versorgung der Bewohner am Lebensende ermöglicht werden. Der Hausarzt (HA) nimmt eine zentrale Stellung bei deren Versorgung ein. Die Studie exploriert das Thema der Vorabbeurteilung von Indikationen für RV in Pflegeeinrichtungen aus Perspektive der HA. Dabei sollen Möglichkeiten der Umsetzung einer Vorausplanung, deren Bedeutung, mögliche Diskrepanzen zwischen medizinischer Indikation und Patientenwillen, Herausforderungen sowie Verbesserungsmöglichkeiten untersucht werden. Es erfolgte eine qualitative Befragung in Form von leitfadengestützten Interviews mit insgesamt 15 niedergelassenen HA aus NI und TH. Die Gespräche wurden aufgezeichnet, transkribiert und qualitativ-inhaltsanalytisch nach Mayring ausgewertet. Aktuell setzen die befragten HA individuelle Methoden ein, um eine Vorausplanung von RV umzusetzen. Strukturierte Vorausplanungskonzepte wie ACP waren meist unbekannt und wurden kaum genutzt. Eine Vorabbeurteilung der medizinischen Indikation für RV wurde nicht regelmäßig durchgeführt. Bei der Bewertung des Verhältnisses medizinische Indikation-Patientenwille nahmen die HA unterschiedliche Haltungen ein. Es wurden eine Fülle an Herausforderungen und Verbesserungsmöglichkeiten identifiziert. Die befragten HA nutzen keine einheitlichen Konzepte für die Vorausplanung und Betreuung der Bewohner in der letzten Lebensphase. Die medizinische Indikation für RV wurde teilweise von den HA nicht klar abgegrenzt und gestellt. Bei der Umsetzung einer strukturierten Vorausplanung sollten verschiedene Herausforderungen berücksichtigt werden. Die Studie zeigt Optimierungsbedarf bei der Vorausplanung von RV.