Hintergrund: Seit mehr als 3 Jahren verursachte COVID-19 bislang weltweit fast 7 Mio. Todesfälle. Zu Beginn dieser Studie war vergleichsweise wenig über die Charakteristika dieser Patienten bekannt und vergleichende Obduktionsstudien existieren bislang kaum.
Material und Methoden: Zwischen dem 11. März 2020 und dem 10. März 2021 wurden 55 Personen, die im Zusammenhang mit SARS-CoV-2-Infektionen verstarben, von dem selben Team vollständig obduziert. Die Obduktionen wurden kurz nach dem Tod durchgeführt (medianer PMI 6,8 h). In 45 von 55 Fällen waren zudem klinische Daten verfügbar. Verglichen wurden Fälle der ersten und zweiten Infektionswelle sowie männliche und weibliche Patienten.
Ergebnisse: 35 Patienten waren männlich (63,6 %) und 20 weiblich (36,4 %); das Durchschnittsalter betrug 72,4 Jahre. 17 Fälle (30,9 %) konnten der ersten und 38 Fälle (69,1 %) der zweiten Infektionswelle zugeordnet werden. 42 Verstorbene (76,4 %) starben direkt an COVID-19. Arterielle Hypertonie, Adipositas und Herzhypertrophie waren die am häufigsten nachgewiesenen Vorerkrankungen.
Diskussion: In Bezug auf die Hauptcharakteristika der COVID-19-Todesfälle bestätigen die Ergebnisse der vorliegenden Studie im Wesentlichen bisherige Forschungsdaten, zeigten aber auch neue Ansätze für weitere Vergleichsstudien auf. Patientenspezifische persönliche und allgemeine intensivmedizinische Risikofaktoren für die Entwicklung von Thrombembolien stehen den Auswirkungen einer Änderung der gerinnungshemmenden Medikation entgegen.
Background: COVID-19 now exists for more than 3 years and has caused almost 7 million deaths worldwide. At the beginning of this study only little was known on the patients’ characteristics and comparative autopsy studies are still rare.
Material and methods: Between 11 March 2020 and 10 March 2021, 55 consecutive and complete autopsies of individuals who died in association with SARS-CoV‑2 infections were performed shortly after death (median PMI 6.8 h) by the same team. Clinical data were available in 45 of 55 cases. 1st vs. 2nd infection wave cases and male vs. female cases were compared.
Results: Thirty-five patients were male (63.6%) 20 were female (36.4%), average age 72.4 years. Seventeen cases (30.9%) could be assigned to the 1st and 38 cases (69.1%) to the 2nd infection wave. Forty-two of the decedents (76.4%) died due to COVID-19. Arterial hypertension, obesity, and cardiac hypertrophy were the most frequent detected comorbidities.
Discussion: The present study corroborates previous research data but also reveals new approaches for further comparative studies. Patient-specific personal and general ICU-related risk factors for the development of thromboembolisms oppose the effects of changes in anticoagulant medication.