DissertationCC BY 4.02023Veröffentlicht

Pädiatrische Nierentransplantation : Transplantatüberleben und psychosoziale Entwicklung bis ins Erwachsenenalter : eine Zentrumsstudie

Adoleszente nach Nierentransplantation (NTx) im Kindesalter, die den Transfer in die Erwachsenenbetreuung vollziehen, haben ein erhöhtes Risiko, ihr Transplantat (Tx) zu verlieren. Zudem ist deren psychosoziale Entwicklung und Lebenszufriedenheit (LZ) bisher wenig untersucht. Die vorliegende single-center Studie legt darauf neben der Evaluation des klinischen Verlaufs ihren Fokus. Von 40 Patienten mit pädiatrischer NTx und erfolgtem Transfer wurden klinische Verlaufs- sowie psychosoziale Daten anhand eines Fragebogens zum Sozialleben und des Fragebogens zur LZ nach Fahrenberg ausgewertet. Zum Transferzeitpunkt hatten fünf Patienten ihr Tx bereits verloren. Nach Transfer waren es 14 weitere Verluste. Zum Zeitpunkt des Tx-Verlustes waren 77.8% der Patienten zwischen 18 und 26 J alt. Als Risikofaktoren für einen Tx-Verlust konnten ein Transfer mit ≤19 J, eine psychische Erkrankung, schlechtere Compliance und täglicher Drogenkonsum identifiziert werden. Das Schulabschlussniveau war niedriger als in der Vergleichsbevölkerung, 71% waren berufstätig. 80% wohnten eigenständig. Einschränkungen in der schulischen und Berufslaufbahn wurden u.A. durch Rejektionen vor Transfer und eine psychische Erkrankung begünstigt. Die LZ der Patienten entsprach zum Großteil der der Allgemeinbevölkerung. Dennoch gab es signifikante Beeinträchtigungen in fast allen Lebensbereichen. Eine Berufstätigkeit wirkte sich positiv auf die ́allgemeine LZ` aus. Die Adoleszenz bestätigt sich als kritische Entwicklungsphase mit erhöhtem Tx-Verlust-Risiko. Der Mehrzahl der Patienten ist eine gute Autonomieentwicklung im beruflichen und sozialen Leben gelungen. Die LZ ist häufig eingeschränkt. Eine strukturierte Transition mit frühzeitiger Förderung der Adhärenz und individuellem Transferzeitpunkt sowie eine umfassende psychosoziale Unterstützung können Tx-Verluste reduzieren und zu einer besseren LZ führen. Eine intensivierte Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team ist dafür unabdingbar.

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