Klimaschutzengagement von Jugendlichen verstehen : zur Relevanz sozialer Deutungsmuster für die klimapolitische (De)Mobilisierung junger Menschen : eine qualitative Untersuchung

Mit dem außergewöhnlichen Engagement junger Menschen für Umwelt- und Klimaschutzbelange in den letzten Jahren stellen sich vermehrt Fragen nach den Ursachen und Bedingungen des beobachteten Mobilisierungsgeschehens. Das Ziel der Mastarbeit besteht vor diesem Hintergrund darin, ein besseres Verständnis der vorherrschenden klimaschutzbezogenen Denk- und Handlungsorientierungen junger Menschen zu ermöglichen. Als zentraler theoretischer Bezugspunkt dient ein wissenssoziologisches Konzept sozialer Deutungsmuster. Deutungsmuster sind demnach eine spezifische Form kulturell etablierter und kollektiv geteilter Wissensbestände, die Individuen bei der Interpretation von komplexen Problemen wie dem Klimawandel sowie ihrem diesbezüglichen Handeln anleiten. Auf der Grundlage von qualitativen Interviews, die im Rahmen der vom BMUV und UBA geförderten Jugendstudie „Zukunft? Jugend fragen! – 2021“ erhoben wurden, wird anhand einer Deutungsmusteranalyse ermittelt, auf welche konkreten geteilten Wissensbestände die interviewten Jugendlichen beim Sprechen über Klimawandel und Klimaschutz(-engagement) zurückgreifen. Als Ergebnis des mehrstufigen Auswertungsverfahrens lässt sich eine Reihe konsensualer sowie kontroverser Deutungsregeln rekonstruieren, innerhalb derer sich zwei kohärente Deutungsmuster – ein individualisierendes und ein politisierendes Deutungsmuster – herauskristallisieren. Beide Deutungsmuster werden hinsichtlich ihrer diskursiven Ursprünge und ihrer Handlungsrelevanz für klimapolitisches Engagement diskutiert. Die Masterarbeit liefert damit einen bislang unterrepräsentierten Blickwinkel auf die kollektiven Wissensbestände, die das Denken und Handeln junger Menschen im Klimaschutz orientieren, und trägt zum Verständnis der Mobilisierungsdynamiken der jungen Klimabewegung bei.

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