Transatlantische Perspektiven in der argentinischen Literatur des 20. Jahrhunderts : Europa aus der Sicht Roberto Arlts und Leopoldo Marechals

Die beiden argentinischen Autoren Roberto Arlt (1900 - 1942) und Leopoldo Marechal (1900 - 1970) verarbeiten die Eindrücke und Erfahrungen ihrer jeweils unternommenen Europareisen auf sehr unterschiedliche Weise. Arlt wird als Journalist entsandt und seine Reisechroniken, die Aguafuertes españolas (1935/36), erscheinen nahezu täglich in der argentinischen Tageszeitung El Mundo. Es sind Artikel, die das Bild eines modernen, rastlosen Reporters zeichnen, der das aktuelle Geschehen kommentiert. Marechals Wahrnehmungen finden hingegen in den stark autobiographisch geprägten Roman Adán Buenosayres (1948) und damit in ein ganz anderes Genre Eingang. Aufgrund der heterogenen Textsorten erfolgt daher kein literarischer Vergleich der Reiseerfahrungen, sondern im Mittelpunkt stehen der individuelle Umgang der Autoren mit ihren Begegnungen und Erlebnissen in Europa. Dabei sind speziell der Blick auf Europa, aber ebenso sich verändernde Bewertungen des 'Eigenen', d.h. Argentiniens, von Interesse; ebenfalls thematisiert werden die Veränderungen auf persönlicher Ebene, die die Reisen mit sich bringen und die sich schließlich auf das jeweilige Schaffen der Autoren auswirken. Neben der intensiven Auseinandersetzung mit Arlts Aguafuertes sowie Marechals Adán Buenosayres gibt die Arbeit einen Überblick über die argentinische (Kultur)Geschichte zwischen 1880 und 1948 und geht dabei auf bedeutende Entwicklungen und historische Schlüsselmomente wie Immigration, die vanguardia-Bewegung oder den Peronismus ein. Theoretische Hintergründe zum Phänomen der Europareise der (argentinischen) Intellektuellen sowie zu den sogenannten Estudios transatlánticos ergänzen die Dissertation.

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