Professionelle Zusammenarbeit von Schulbegleitung und Lehrkräften im Kontext inklusiver Schule

Schulbegleiter:innen in inklusiven Schulen sind zunehmend relevante Akteure, mit denen Lehrkräften zusammenarbeiten (müssen). Doch Schulbegleiter:innen bilden eine relativ neue Akteursgruppe im schulischen Setting, mit der noch keine Routinen der Zusammenarbeit etabliert sind. Auch in der erziehungswissenschaftlichen Forschung fand Schulbegleitung bisher kaum Berücksichtigung. Daher liegen keine theoretischen Konzepte zum Forschungsgegenstand der Zusammenarbeit von Lehrkräften und Schulbegleitung vor. Zunächst irritieren Schulbegleiter:innen allein durch ihre Anwesenheit als weitere Erwachsene im Klassenraum häufig gängige Routinen und Praxen im Unterricht. Durch den fehlenden Status einer Profession sind bekannte Modelle für multiprofessionelle Kooperation nicht einfach zu transferieren. In diesem Rahmenpapier wird ein Modell vorgeschlagen, dass die Zusammenarbeit zwischen Schulbegleitung und Lehrkräften theoretisch fassen soll. Es knüpft an die Ebenen kooperativer Prozesse von Lütje-Klose & Urban (2014) an. Im Zentrum der vorliegenden Arbeit steht die Fragestellung, welche Voraussetzungen die Zusammenarbeit zwischen Schulbegleitung und Lehrkräften beeinflussen. Auf den Ebenen Institution, Interaktion und Individuum werden drei Forschungsbeiträge vorgestellt, die sich mit strukturellen Rahmenbedingungen, den Tätigkeiten im Unterricht, dem Rollenverständnis und der Sicht auf die Zusammenarbeit mit Lehrkräften aus der Perspektive von Schulbegleitung befassen. Es zeigt sich, dass an verschiedenen Schulen unterschiedliche Praxen zur Zuständigkeit von Schulbegleitung vorliegen. In der Bewertung der Zusammenarbeit mit Lehrkräften zeigen sich keine Unterschiede zwischen Fachkräften und Nicht-Fachkräften der Schulbegleitung. Insgesamt untermauern die Ergebnisse die bisherigen Befunde zur Unbestimmtheit des Tätigkeitsfeldes und zum Entwicklungspotenzial für die Zusammenarbeit mit Lehrkräften.

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