Untersuchungen zum Polyphenolprofil alter und neuer Apfelsorten sowie zum Einfluss phenolischer Verbindungen auf die in-vitro-Allergenität

Kschonsek, Josephine GND

Weltweit sind Allergien ein zunehmendes, gesundheitliches Problem und haben sich mittlerweile zu einer Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts entwickelt. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Birkenpollen-assoziierte Apfelallergie mit rund vier Millionen Betroffenen die wichtigste Obstallergie in Deutschland geworden. Die steigende Anzahl von Birkenpollen-assoziierten Apfelallergikern wird mit einem höheren Konsum von neuen Apfelsorten in Verbindung gebracht. So wird vermutet, dass durch Züchtung neuer Apfelsorten mit reduziertem Polyphenolgehalt die erhöhte Allergenität verursacht wird. Allerdings wurde diese Hypothese bisher noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Daher war das Ziel dieser Arbeit, den Einfluss des Polyphenolgehaltes auf die in-vitro-Allergenität alter und neuer Apfelsorten zu untersuchen und einen Zusammenhang zwischen der besseren Verträglichkeit alter Apfelsorten und einer möglichen antiallergischen Wirkung von einzelnen phenolischen Verbindungen zu finden. Zusammenfassend kann mit der vorliegenden Arbeit belegt werden, dass die Züchtung neuer Apfelsorten sowohl mit einer Reduktion im Polyphenolgehalt wie auch mit Veränderungen im Polyphenolprofil im Fruchtfleisch einhergehen und dadurch bedingt zu einer Abnahme der antioxidativen Kapazität dieser Sorten führen. Im Rahmen einer Pilotstudie mit Birkenpollen-assoziierten Apfelallergikern konnte erstmalig der Nachweis erbracht werden, dass der geringere Polyphenolgehalt im Fruchtfleisch neuer Apfelsorten für ihre höhere in-vitro-Allergenität verantwortlich ist. Anhand von in-vitro-Experimenten konnte die Polyphenoloxidase-katalysierte Oxidation als ein potenzieller Wirkmechanismus für die antiallergische Wirkung von Polyphenolen identifiziert werden. Insbesondere die alten Apfelsorten Ontario und Dülmener Rosenapfel zeigen sich als geeignet, da diese sich durch einen hohen Anteil an phenolischen Verbindungen und eine hohe Polyphenoloxidaseaktivität auszeichnen.

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