Parodontalgesundheit von Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen : eine klinische und mikrobiologische Untersuchung

Glotzbach, Isabel GND

Die Studie beinhaltet die klinische und mikrobiologische Untersuchung der parodontalen Strukturen von 131 systemisch gesunden Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 15 Jahren aus Jena. Die Einteilung der Probanden erfolgte entsprechend der Dentitionsphasen: Unbezahnte Mundhöhle, Milchgebiss (MG), Wechselgebiss (WG) und permanentes Gebiss (PG). Im Rahmen der klinischen Untersuchung wurden PI, PSI und die BnS erhoben. Die Bestimmung der mikrobiellen Besiedelung erfolgte mittels Probengewinnung aus dem Sulkus sowie durch Abstreichen des Zungenrückens. Mit dem semiquantitativen Test-Kit micro-IDent®plus 11 erfolgte die Analyse von 11 Parodontalpathogenen. Bei 64,0% der Kinder wurde Gingivitis diagnostiziert. Parodontitis lag nicht vor. Probanden mit WG (77,8%) und PG (93,5%) hatten signifikant häufiger gingivale Blutungen nach Sondierung als Kinder mit MG (21,2%; p < 0,001). 99% der bezahnten Kinder wiesen mindestens eines der 11 Pathogene auf, während der Nachweis in der unbezahnten Mundhöhle verschwindend gering ausfiel (9,7%). Die Keimprävalenz auf der Zunge war geringer als im Sulkus (46,6% vs. 93,0%). Ab der WG-Phase zeigte sich neben einer höheren Keimprävalenz insgesamt, eine deutliche Zunahme der Keimbelastung, der Diversität und der Pathogenität der Keimflora. Im multivariaten Regressionsmodell wurde deutlich, dass eine erhöhte Blutungsneigung und Keimbelastung insbesondere mit einem hohen Plaquebefall, einer erhöhten Angst vor dem Zahnarzt und der als Mangelhaft eingestuften eigenen Mundhygiene einhergehen (β= 6,269 bzw. β= 1,766). Schlussfolgerung: Gingivitis und die parodontalpathogene Besiedelung der Mundhöhle treten bereits im frühen Kindesalter auf und der Durchbruch der ersten permanenten Zähne scheint hierbei eine entscheidende Rolle zu spielen. Daher stellen Früherkennungsuntersuchungen der parodontalen Strukturen sowie regelmäßige individualprophylaktische Maßnahmen einen wichtigen Bestandteil in der zahnärztlichen Betreuung von Kindern dar.

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