Retrospektiver Vergleich des perinatalen Outcomes bei drohender Frühgeburt vor und nach Einführung der Sekundärprophylaxe mittels Cerclagepessar

Dorsch, Eva-Maria GND

  • Fragestellung: Nach der PECEP-Studie (Goya et al. Lancet 2012) wurde die Sekundärprophylaxe mittels Cerclagepessar bei (ggf. nach Therapie) asymptomatischer Zervixverkürzung < 25 mm (20 30 SSW, Einlingen) eingeführt. Retrospektiv untersucht wird der Einfluss auf Frühgeburtsrate (FGR), neonatales Outcome (neoOut), Hospitalisierungszeiten, infektiöse Komplikationen und Schwangerschaftsverlängerung.
  • Methode: Von 2013 2015 wurden 49 Patientinnen standardisiert mit Pessar behandelt, die Daten aus den Fallakten erhoben (2x LOF). Kontrollen (2010 2012) wurden anhand der ICD-10 (Zervixinsuffizienz) ermittelt; gefolgt von einem zweischrittigen Ausschluss- und Losverfahren. Das Fall-Kontroll-Matching lag bei knapp 1:2 (47 vs. 71). Studien- und Kontrollgruppe unterschieden sich im Gestationsalter bei Eintritt (EGA); daher erfolgte eine Subgruppenanalyse für 23/0 27/6 SSW. 83,0% der Studiengruppe, aber nur 18,3% der Kontrollen erhielten zusätzlich Progesteron (PG).
  • Resultate: FGR (< 37+0 SSW 29,8 vs. 29,6%; < 34+0 SSW 10,6 vs. 11,3%) und neoOut (composite 25,6 vs. 25,4%) waren identisch. Die Schwangerschaftsprolongation in der Subgruppe lag bei 86,6 vs. 75,7 d (p = 0,133) bei einem EGA von 176,4 vs. 183,1 d (p = 0,002), die FGR < 34 SSW bei 8,8 vs. 18,5% (p = 0,265). Die Hospitalisierungszeit lag im Mittel bei 10,8 vs. 11,8 d, in der Kontrollgruppe waren 8 Patn. > 28 d stationär, in der Studiengruppe keine > 23 d (Entlassung 24 48h nach Pessaranlage). Es kam zu einem perinatalen Todesfall bei schweren AIS (Studiengruppe 26+4 SSW, Pessaranlage 24+0 SSW), die Rate an neonatalen Infektionen lag bei 4,7 vs. 7,0% (n.s.).
  • Diskussion: Der Pessareinsatz führte zu einem großzügigeren Entlassmanagement ohne negative Einflüsse auf FGR oder neoOut, insbesondere bei 23/0 27/6 SSW.

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