Praktikabilität und Akzeptanz einer telemedizinischen Nachbetreuung von Patienten mit chronischen Schmerzen im Anschluss an eine interdisziplinär-multimodale tagesklinische Behandlung

Mönchgesang, Kevean GND

  • Hintergrund (Background): Bei der Behandlung chronischer Schmerzen hat sich eine interdisziplinäre, multimodale (stationäre oder teilstationäre) Schmerztherapie (MMST) bewährt. Die langfristige Stabilisierung der Therapieerfolge ist nach unserer Auffassung ein bisher unzureichend berücksichtigtes Problem. Eine Möglichkeit einer begleitenden Weiterbetreuung könnte in einem telemedizinischen Ansatz bestehen. Im deutschsprachigen Raum findet man jedoch kaum solche Angebote.
  • Ziel der Arbeit (Objectives): Ziel der Studie war es, die Machbarkeit und Akzeptanz einer telemedizinischen Intervention zu untersuchen. Zudem sollten als sekundäre Outcomeparameter Effekte auf Schmerzstärke, Beeinträchtigungserleben und Wohlbefinden untersucht werden.
  • Material und Methoden (Materials and Methods): In der Interventionsgruppe (n=23, Zeitraum 05/2015 - 02/2016) erhielten die Patienten unserer Interdisziplinären Schmerztagesklinik nach Ende ihrer Standardtherapie über 4 Wochen Textnachrichten (SMS). Diese unterteilten sich in 2 Kategorien: Behandlungs-SMS (angelehnt an Themen der Standardbehandlung), Feedback-SMS (Fragen zu Alltagsbeeinträchtigung, Wohlbefinden, Umgang mit Schmerz, durchschnittliche Schmerzstärke). Die sekundären Outcomeparameter wurden mit einem historischen Patientenkollektiv verglichen.
  • Ergebnisse (Results): 93,5% der Feedback-SMS wurden beantwortet. 76% der Befragten empfanden den Empfang von SMS als (sehr) hilfreich, keiner als störend. 90% würden weiter Behandlungs-SMS, knapp 74% weiterhin Feedback-SMS, bekommen wollen. Es konnten keine statistisch signifikanten Unterschiede bei den sekundären Outcomeparametern beobachtet werden.
  • Diskussion (Discussions): Patienten stehen telemedizinischen Behandlungsansätzen aufgeschlossen gegenüber. Mit ihrer Hilfe ist eine Nachverfolgung von Therapieerfolgen aus Patientenperspektive mit geringem Aufwand möglich. Eine Individualisierung könnte zu einer Verbesserung bzw. Stabilisierung der Therapieergebnisse beitragen.

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