Nicht-invasive Diagnostik der Eisenbeladung bei Kindern und Jugendlichen nach Bluttransfusion

Wurschi, Georg GND

Hintergrund: Nach Bluttransfusionen können durch eine chronische Eisenüberladung (IO) irreversible Organschäden entstehen, bspw. die Fibrosierung der Leber. Insbesondere junge Patienten sollten diesbezüglich einfach überwacht werden können, um Sekundärschäden frühzeitig erkennen und behandeln zu können. Material und Methodik: 58 Patienten (MW 9,6J ±6,2J SD) wurden vor sowie nach Stammzelltransplantation (SZT) mit Ultraschall Scherwellen-Elastografie (SWE) (iU22, Philipps, C5-1MHz) und T2*-MR-Relaxationszeit-Messung (1,5T, Avanto, Siemens) untersucht und mit Serumparametern zu Leberfunktion (HepScore) und Serum-Ferritin (SF) verglichen. In der weiteren Analyse wurde die Grenze für eine klinische IO bei SF > 1mg/l festgesetzt; eine SWE < 5,5 kPa wurde als normwertig angesehen. Ergebnisse: MRT sowie SF zeigten eine vergleichbare Spezifität in ROC-Analysen. Bezogen auf den Cut-off von SF weist ein T2*<5,6ms in der untersuchten Population auf eine IO hin. MR-Eisen zeigt, im Gegensatz zu SF, keine signifikante Abhängigkeit von erhöhten CRP-Werten. Die Ergebnisse der SWE zeigten keine signifikante Korrelation zum MR-Eisen oder SF. Die SWE ist nach SZT häufig passager erhöht, ebenso der HepScore. Diskussion: MR-Eisen und SF sind gleichwertig, sofern keine Immunreaktion vorliegt. Währenddessen, wie es insb. nach SZT typisch ist, ist SF häufig erhöht und daher nicht spezifisch für eine IO. Diese Einflüsse waren im MRT nicht nachweisbar, was es direkt nach SZT überlegen macht. T2*<5,6ms ist dabei suspekt für eine IO. Ein standardmäßiger Einsatz des MRTs ist jedoch ökonomisch nicht zu erwarten. Die Ergebnisse der SWE sind unspezifisch und abhängig von zahlreichen Confoundern. Obwohl eine erhöhte Steifheit der Leber in der SWE ebenfalls mit erhöhtem HepScore einherging, ließ sich dies nicht primär einer IO zuordnen. In der Kombination sind bei unauffälligem HepScore und normwertiger SWE im Umkehrschluss Folgeschäden unwahrscheinlich.

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