Automatisierte vs. individualisierte Auswertung polysomnographischer Aufzeichnungen von Frühgeborenen: hat es therapeutische Konsequenzen? : eine retrospektive monozentrische Studie

Eder, Sarah GND

Frühgeborene stellen eine besondere Population in unserer Gesellschaft dar und bedürfen einer intensiven medizinischen und schonenden Pflege und Behandlung. Apnoen treten bei diesen Individuen häufiger auf als bei Reifgeborenen. Um die Schwere der Apnoen einschätzen zu können, erhalten diese Kinder eine polysomnographische Untersuchung, die bei der Entscheidung über eine weitere Diagnostik und Therapie behilflich ist. Bei der Auswertung dieser Aufzeichnungen ist es von großer Bedeutung, sorgfältig vorzugehen, um ein individuelles Ergebnis zu erhalten. In dieser Arbeit wird anhand von 108 Frühgeborenen die Entwicklung einiger polysomnographischer Parameter über einen Zeitraum von sechs Monaten dargestellt. Zudem wird die individualisierte Auswertung mit einer automatisierten Auswertung verglichen, um die Folgen einer fehlenden individualisierten Evaluation, insbesondere bezüglich einer Therapie mit Coffein, zu untersuchen. Die vorliegende Arbeit hat ergeben, dass sich intraindividuell eine Dynamik der polysomnographischen Parameter zeigt. Schlafbezogene Atmungsstörungen präsentieren sich initial erhöht verglichen mit Reifgeborenen. Im Verlauf über die sechs Monate erfolgte eine Anpassung an die Werte termingeborener Individuen. Im Vergleich der individualisierten mit der automatisierten Auswertung fielen durch die automatisierte Beurteilung deutlich höhere Werte in den Apnoe-Indices auf. Folglich würden im Mittel 57 % der Kinder eine Coffein-Therapie erhalten, die nach individualisierter nicht erforderlich gewesen wäre, hinzukommen unnötige ökonomische Belastungen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer individualisierten Re-Evaluation der Polysomnographien, um einem individuellen Ergebnis und einer persönlichen Behandlung gerecht zu werden. Referenzwerte für gesunde Frühgeborene in den ersten Lebensmonaten würden die Einordnung der Ergebnisse vereinfachen und sollten zukünftig angefertigt werden, um diese Population besser abbilden zu können.

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Eder, S., 2019. Automatisierte vs. individualisierte Auswertung polysomnographischer Aufzeichnungen von Frühgeborenen: hat es therapeutische Konsequenzen?: eine retrospektive monozentrische Studie. Jena. https://doi.org/10.22032/dbt.40368
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