Vergleichende Untersuchungen zum kumulativen in-vivo Irritationspotential beruflich relevanter alkoholischer Irritanzien

Welle, Sophie GND

Das irritative Kontaktekzem stellt den größten Anteil berufsbedingter Hauterkrankungen dar. Feuchtarbeit, zu der auch mehrstündige Hautokklusion durch Schutzhandschuhe zählt, ist ein wichtiger Risikofaktor. Die in Händedesinfektionsmitteln enthaltenen alkoholischen Wirkstoffe sind als milde Hautirritanzien bekannt. Ziel der Studie war es, das kumulative Irritationspotential alkoholischer Testlösungen zu erfassen. Es sollte insbesondere geprüft werden, wie sich zusätzliche Hautokklusion durch Schutzhandschuhe auswirkt. Die Untersuchungen erfolgten in-vivo an hautgesunden Probanden im doppelblinden Studiendesign. In einem 4-tägigen repetitiven Irritationstest an der Unterarmhaut wurden die Testlösungen zweimal täglich für je 45 Minuten appliziert. Ein Teil der Testfelder wurde täglich für acht Stunden okkludiert. Die Messungen umfassten die Messung der Hautrötung, des Transepidermalen Wasserverlustes (TEWL) und der Hornschichtfeuchtigkeit. Des Weiteren wurden entzündungsrelevante Biomarker ex-vivo mit FibroTx® TAP untersucht. Klinisch zeigte sich für die Testlösungen ein schwaches Irritationspotential, das in den apparativen Messungen durch eine geringe Zunahme des TEWL und eine deutliche Abnahme der Hornschichtfeuchtigkeit quantifizierbar war. Im Hinblick auf den Nachweis von Kallikrein-assoziierter Peptidase 5 (KLK-5), Interleukin 1α (IL-1α) und Interleukin-1-Rezeptorantagonist (IL-1-RA) zeigten sich Unterschiede. Die Ethanol-basierte Lösung beeinflusste die Biomarker dabei im Vergleich geringer. Die Hautokklusion wirkte sich nicht im Sinne einer Irritationsverstärkung aus. Beruflich relevante alkoholische Irritanzien können bei kumulativer Exposition die Hautbarrierefunktion beeinflussen. Die zusätzliche Handschuhokklusion erwies sich nicht als Risikofaktor für eine Verstärkung der Barriereschädigung. Die Resultate der Biomarkerbestimmungen geben Hinweise auf eine geringere kumulative Irritabilität von Ethanol.

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Welle, Sophie: Vergleichende Untersuchungen zum kumulativen in-vivo Irritationspotential beruflich relevanter alkoholischer Irritanzien. Jena 2019.

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