Infektion mit Plasmodium falciparum in der Schwangerschaft : Pathogenese, Immunologie und Impfstoffentwicklung

Seitz, Johanna GND

Eine Infektion mit Plasmodium falciparum während der Schwangerschaft stellt in (sub)tropischen Gebieten noch immer eine besondere medizinische Herausforderung dar. Schwere Anämie der Mutter und erniedrigtes Geburtsgewicht beim Kind sind häufige Komplikationen, die jährlich allein in der Sub- Sahara Region zu 10.000 mütterlichen und 200.000 perinatalen Todesfällen führen. Methoden: Eine Literaturrecherche zu den Schwerpunktbereichen Pathogenese, Immunologie und Impfstoffentwicklung wurde mit PubMed als Hauptliteraturquelle durchgeführt. Ergebnisse: Plazentare P. falciparum-Stämme exprimieren das sog. VAR2CSA-Antigen auf der Oberfläche infizierter Erythrozyten, welches spezifisch an Chondroitinsulfat A im intervillösen Raum der Plazenta bindet. Die Adhäsion infizierter Erythrozyten führt zu einer lokalen Entzündungsreaktion, die das immunprotektive Milieu beeinträchtigt. Mit zunehmender Schwangerschaftsanzahl entwickeln Frauen in Endemiegebieten Antikörpern gegen VAR2CSA-tragende Parasitenstämme. Diese sind mit verminderten Infektions- und Komplikationsraten assoziiert. Allerdings verhindern Größe und Polymorphismus von VAR2CSA seine Verwendung als Impfstoffantigen. Daher steht die Identifizierung kleinerer VAR2CSA-Abschnitte, die eine effektive Immunantwort hervorrufen, im Zentrum der Impfstoffforschung. Die minimale CSA-Bindungsregion konnte in N-terminalen Multidomänen von VAR2CSA lokalisiert werden. Bei Labortieren können Antikörper gegen die DBL4 Domäne sowie gegen N-terminale Multidomänen die CSA-Bindung in vitro hemmen. Diskussion: N- terminale Multidomänen von VAR2CSA, wie DBL1-2 und ID1-ID2a, haben sich in präklinischen Studien bewährt und sind Bestandteil zweier Impfstoffe in Phase I der klinischen Prüfung. Sollte die Wirkung der Impfstoffe nicht hinreichend sein, könnten die N-terminalen Bereiche mit weiteren Domänen, wie DBL4, kombiniert, aus mehreren Genotypen zusammengesetzt oder an potentere Träger, wie virusartige Partikel, gebunden werden.

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Seitz, Johanna: Infektion mit Plasmodium falciparum in der Schwangerschaft. Pathogenese, Immunologie und Impfstoffentwicklung. Jena 2019.

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