Akrale Perfusionsdarstellung bei Patienten mit Sklerodermie mittels Xiralite im Vergleich zu Kotrollprobanden

Tellenbach, Stefan GND

Die Sklerodermie ist eine seltene Erkrankung, welche neben einer progredienter Gewebsfibrosierung und Aktivierung des Immunsystemes durch pathologisch veränderte Vaskularisation charakterisiert ist. Klinisches Merkmal ist hierbei das Raynaud Syndrom. Neben der klinischen Untersuchung besteht die Diagnostik aktuell aus Kapillarmikroskopie, Blutuntersuchungen und bildgebenden Verfahren wie Magnetresonanz-Angiographie und Duplexsonographie. Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Anwendung der fluoreszenzoptischen Bildgebung auf das Krankheitsbild der systemischen Sklerodermie. Im Rahmen der Untersuchung sollen spezifische Gefässveränderungen und -eigenschaften des Raynaud Phänomens quantifiziert und optisch dargestellt werden. Hierfür wurden 16 Patienten mit systemischer Sklerodermie sowie 16 gesunde Kontrollen mit dem Xiralite Fluoreszenzbildgeber X4 untersucht und die erhobenen Daten ausgewertet. In der Untersuchung wurden in 3 aufeinanderfolgenden Messintervallen (jeweils 120 Sekunden) die Fluoreszenzwerte (FW) an definierten Positionen an den Fingern beider Hände gemessen. Gesunde Probanden erreichen im Vergleich zu den Sklerodermie Patienten schneller ein Maximum in den ermittelten Fluoreszenzwerten, diese fallen auch regelhaft höher aus als in der Krankengruppe. Im ersten Untersuchungsintervall von 1-120 sec zeigen sich die größten Unterschiede in den FW zwischen den beiden Gruppen. Beide Gruppen zeigen an der linken Extremität eine vermehrte Verteilung des Farbstoffes Indocyaningrün (ICG) mit konsekutiv höheren FW. Bei der Unterscheidung der einzelnen Finger zeigte sich in beiden Gruppen ein Gradient mit zunehmenden FW von radial nach ulnar. Die Gruppen unterschieden sich bezüglich der Anreicherung des Farbstoffes der einzelnen Finger signifikant. Während gesunde Probanden das Maximum der FW in der Fingerbeere und nach proximalwärts abfallende FW zeigen, kann man bei Sklerodermie-Patienten das Gegenteil beobachten. In diesem Kollektiv zeigt sich ein abfallender Gradient von proximal nach distal. Zur abschließenden Beurteilung welche Position die beiden Gruppen am besten unterscheiden kann erfolgte eine Gegenüberstellung der einzelnen Fingerpositionen nach Finger und Extremitätenseite entsprechend der Gruppe Proband/Sklerodermie-Patient und entsprechend der drei Messintervalle und der statistisch signifikanten Unterschiede der Messwerte. Die ausgeprägteste Trennschärfe der FW zeigt sich vor allem im ersten Messintervall im Bereich der rechten Hand. Hier kann an zwölf Positionen eine Unterscheidung der Gruppen stattfinden. Vor allem im Bereich der distalen Messpunkte (Fingerbeere) zeigen sich hoch signifikante Unterschiede. Die Unterscheidung zwischen den Gruppen gelingt am DIP-Gelenk des zweiten Fingers der rechten Seite im ersten Messintervall mit der höchsten Signifikanz (p=0.00018). Das Xiralite-System ist unter Anwendung des Flourophors ICG in der Lage Patienten mit Sklerodermie und bekanntem sekundären Raynaud Syndrom von gesunden Kontrollprobanden zu unterscheiden. Hierfür eignet sich insbesondere der Zeitraum 1-120 Sekunden da hier der Unterschied die höchste Signifikanz erreicht. Weitere prospektive Untersuchungen sind jedoch notwendig. Neben der Möglichkeit zur Diagnostik des sekundären Raynaud bei Sklerodermie ist die Verwendung dieser Methode auch zum Therapiemonitoring neuer Medikamente denkbar.

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Tellenbach, Stefan: Akrale Perfusionsdarstellung bei Patienten mit Sklerodermie mittels Xiralite im Vergleich zu Kotrollprobanden. Jena 2019.

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