Die Anwendung der projektierenden Arbeitsweise zur Entwicklung technischer Gebilde im wissenschaftlichen Gerätebau auf der Grundlage des Baueinheitenprinzips

Aufbauend auf Aussagen in der Literatur und eigenen Erkenntnissen wurde die Anwendung der PAW zur Entwicklung technischer Gebilde im WGB auf der Grundlage des Baueinheitenprinzips untersucht. Die Methode der PAW beruht auf der Vereinheitlichung und Wiederverwendung bereits erarbeiteter Erkenntnisse und stellt eine Möglichkeit der umfassenden Rationalisierung des Reproduktionsprozesses dar. Ausgehend von dieser allgemeinen Charakterisierung wurde das Wesen und der Inhalt der PAW bezüglich der Entwicklung technischer Gebilde herausgearbeitet und die erkannten Gesetzmäßigkeiten durch Angabe von Definitionen festgehalten. Die Aufgaben der PAW bestehen demzufolge darin, technische Gebilde unter umfassender Berücksichtigung technischer und ökonomischer Zusammenhänge zu schaffen, sowie die eindeutige Beschreibung des zu entwickelnden tG zu gewährleisten. Die Anwendung der PAW eröffnet konkrete Möglichkeiten, durch Wiederverwendung von BEh die Entwicklungszeiten zu verkürzen. Dabei wurden zwei Formen herausgearbeitet: die erzeugnisunabhige PAW, die sich auf die Neu- und Weiterentwicklung, und die erzeugnisabhängige PAW, die sich auf die Wiederholentwicklung tG bezieht. Die erzeugnisunabhige PAW beinhaltet nicht nur ein Suchen nach neuen funktionellen Lösungen, sondern hat das zielgerichtete Suchen neuer Kombinationen bereits vorhandener BEh zum Inhalt. Die Übergänge Funktion-Struktur konnten nur aufgezeigt und nicht in allen Einzelheiten behandelt werden. Die erzeugnisabhängige PAW bezieht sich auf einen vorgegebenen Bereich, in dem die Wiederholentwicklung ganz bestimmter EZ erfolgt. Für beide Formen sind sowohl abstrakte als auch konkrete Beschreibungsmöglichkeiten der BEh zugelassen, wobei die Wiederverwendungschance konkreter BEh für die erzeugnisunabhängige PAW gering, für die erzeugnisabhängige PAW dagegen hoch ist. Innerhalb jeder Form werden die Teilgebiete Baueinheitenentwicklung (zielgerichtete Entwicklung der BEh einschließlich der dazu notwendigen Torgehensweise), Speicherung der BEh und Vorgehensweise zur Erstellung der EZ herausgearbeitet. In den Mittelpunkt der weiteren Betrachtungen wurde die Baueinheitenentwicklung gestellt, insbesondere aber die Vorgehensweise zur Entwicklung der BEh der erzeugnisabhängigen PAW. Dies führte zu einem bereits bekannten Konstruktionsgrundsatz, dem BEP, für das unter dem Blickwinkel der PAW weitere theoretische und praktische Grundlagen geschaffen wurden. Innerhalb der Untersuchungen, in denen eine Baueinheitenentwicklung nicht losgelöst von dem entsprechenden BES betrachtet wird, weil ihre Wiederverwendung an die speziellen Einsatzbedingungen im Gesamtsystem gebunden ist, wurde ein vorhandenes oder nicht vorhandenes Variantenangebot als das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zwischen BES herausgearbeitet und näher charakterisiert. Die weiteren Ausführungen bezogen sich auf BES mit Variantenangebot. Dabei wurde versucht, den der BESE zugrunde liegenden Prozeß für die Entwicklung von EZ-Gruppen des WGB zu formalisieren, wobei der Schwerpunkt sich besonders auf die Vorbereitungsphasen einer BESE bezogen. Anhand von praxisbezogenen Analyseergebnissen wurde das Ablaufschema weiter präzisiert, methodisch durchdrungen und allgemein an einem durchgängigen Beispiel erläutert. Innerhalb der vorgeschlagenen methodischen Vorgehenswelse, die direkt als Anleitung zur planmäßigen Bearbeitung dient, aber die intellektuelle schöpferische Tätigkeit des Bearbeiters nicht einengen will, werden typische Entwicklungsstadien, wie Aufgabenkomplex, Arbeitsprinzip, Grobkonzept und Konzept des BES aufgezeigt und analysiert. Innerhalb des WGB sind die einzelnen Abschnitte der Vorgehensweise durch einen sich mehrmals wiederholenden Zyklus gekennzeichnet. Die vorgeschlagene Vorgehensweise 1st für den gesamten Bereich der Technik bedingt verallgemeinerungsfähig, da nur eine relativ geringe Zahl von Beispielen eines speziellen Industriezweiges untersucht wurde. Desweiteren wurden die Erkenntnisse z.T. im Nachhinein gewonnen und sind nicht bis ins Detail zu verfolgen. Mit der Angabe einer Vorgehensweise wurde ein Vorlauf geschaffen, der aufgrund der zeitlich großen Aufwände nicht unmittelbar geprüft werden kann. Die gewonnenen Erkenntnisse sind als Bestandteil methodischer Hinweise für die Entwicklung von BES anzusehen.

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