Die Reise der Zeichen - Eine Studie zur symbolischen Bildwelt der Xiyü-Kultur an der Seidenstraße

Chen, Pu

The present study focuses on the traditional visual Xiyu-Signs of various ethnic groups with the example of Xinjiang in northwest China, along the ancient path of the Silk Road. The research should be understood as an experiment to a systematic presentation of the symbolic visual world in Xinjiang and therefore in a broader sense as an experiment to preserve the endangered Xiyu-Cultural Heritage. Due to the profound change in China and the Go-West-Strategy of China’s economic programme an efficient way must be found to bring modernization and tradition in harmony. This study describes, analyses and evaluates exemplarily, how signs and symbols of knowledge and culture have been mixed between eastern and western cultures along the Silk Road in Xinjiang. It displays how they have been transferred and how far the Xiyu-Culture reflects, that Xinjiang was a meeting point of eastern and western cultures. In the process of my research three main questions arose: Firstly, what can the experience model of the ancient Silk Road contribute to the understanding of cultural development in today’s information age? Secondly, what does cultural diversity mean for communication in Xinjiang? Is there an increase of media technology in the field of visual communication because of international influences? Thirdly, how can Xinjiang benefit from the opportunities given by the Go-West-Strategy of China’s economic programme in an increasingly globalized world and find a balance between culture and economic prosperity? Therefore, this study uses a method that integrates a cultural-anthropological perspective. Characteristics of the traditional visual Xiyu-Signs, their significance for the ethnic groups in Xinjiang and cultural exchanges between Europe and Asia are discussed based on a field work, and the particular influence of trade and transport routes is presented. The visual signs of the Xiyu-Culture are shown from the time before the Islamization to today’s Islamic period. The research shows that the signs are not place-bound cultural phenomena or local tradition; they are rather influenced by regional, national and international cultures consciously or unconsciously. They are a result of cultural communication. Finally the signs of Xiyu-Culture of Xinjiang are thoroughly researched with the Go-West-Strategy of the Chinese government. Economic development brings to Xinjiang not only modernization and prosperity, but also a cultural and ecological imbalance. Mankind formed everything into structure, what he perceives around him, with signs. The Xiyu-Signs create a visual structure. The Xiyu-Culture still has influence on the lifestyle of the ethnic groups in Xinjiang. Today, the confrontation between the traditional Xiyu-Culture and economic development has led to a serious conflict in Xinjiang. This study is a critical interpretation of the current situation of Xiyu-Culture and the Chinese economic program in Xinjiang. It also contributes to the analysis of the hitherto insufficiently recognized interactions between history, culture, politics and economics of cultural globalization in Xinjiang.

Kurzfassung Die vorliegende Studie untersucht die traditionellen Xiyü-Zeichen im Visuellen verschiedener Volksgruppen am Beispiel Xinjiangs im Nordwesten Chinas, wo einst die alte Seidenstraße entlangführte. Die Untersuchung versteht sich als ein Versuch der systematischen Darstellung der symbolischen Bildwelt in Xinjiang und damit im weiteren Sinne auch als ein Versuch, das Xiyü-Kulturerbe zu bewahren, das angesichts des tiefgreifenden Wandels in China und der Go-West-Strategie des chinesischen Wirtschaftsprogramms, welches sich auf die weiten Westgebiete Chinas bezieht, in Gefahr geraten ist. Es muss ein Weg gefunden werden, Modernisierung und Tradition in Einklang zu bringen. Diese Studie beschreibt, analysiert und bewertet exemplarisch, wie sich Zeichen und Symbole des Wissens und der Kultur entlang der Seidenstraße in Xinjiang zwischen den östlichen und westlichen Kulturen vermischt haben, wie sie übertragen wurden und inwieweit die Xiyü-Kultur reflektiert, dass Xinjiang ein Treffpunkt zwischen östlichen und westlichen Einflüssen war. In der Annährung an dieses Forschungsziel werden drei Hauptfragen zusammengefasst: Erstens, was kann das Erfahrungsmodell der alten Seidenstraße zum Verständnis der kulturellen Entwicklung im heutigen Informationszeitalter beitragen? Zweitens, was bedeutet Vielfalt für die kulturelle Kommunikation in Xinjiang? Steigen die Medienereignisse der visuellen Kommunikation und die internationalen Einflüsse an? Drittens, wie kann Xinjiang die Chancen der Go-West-Strategie des chinesischen Wirtschaftsprogramms in einer zunehmend globalisierten Welt nutzen und in der zukünftigen weltwirtschaftlichen Entwicklung wieder Vitalität zeigen? Um sich auf diese Weise den Antworten zu nähern, verwendet diese Studie einen Ansatz, der eine kulturanthropologische Perspektive integriert. Auf Grundlage einer Feldstudie werden Eigenschaften der traditionellen visuellen Xiyü-Zeichen, ihre Bedeutung für die ethnischen Volksgruppen Xinjiangs und den kulturellen Austausch zwischen Europa und Asien diskutiert und der besondere Einfluss von Handel und Verkehrswegen aufgezeigt. Die visuellen Zeichenformen der Xiyü-Kultur wurden von der Zeit vor der Islamisierung bis hin zur heutigen islamischen Zeit dargestellt. Die Forschung zeigt, dass die Zeichen kein ortsgebundenes Kulturphänomen oder eine lokale Tradition sind, vielmehr werden sie von regionalen, nationalen und internationalen Kulturkreisen bewusst oder unbewusst beeinflusst. Sie sind ein Ergebnis kultureller Kommunikation. Schließlich setzt sich die Studie mit den Zeichen der Xiyü-Kultur Xinjiangs in Relation mit der Go-West-Strategie der chinesischen Regierung auseinander. Die wirtschaftliche Entwicklung bringt für Xinjiang nicht nur Modernisierung und Wohlstand, sondern auch ein kulturelles und ökologisches Ungleichgewicht. Der Mensch strukturiert alles, was er in seiner Umgebung wahrnimmt, mit Zeichen. Die Xiyü-Zeichen schaffen eine visuelle Strukturierung. Die Xiyü-Kultur hat nach wie vor Einfluss auf die Lebensweise der ethnischen Gruppen in Xinjiang. Heute hat die Konfrontation zwischen der traditionellen Xiyü-Kultur und der wirtschaftlichen Entwicklung zu einem ernsthaften Konflikt in Xinjiang geführt. Diese Studie versteht sich als eine kritische Interpretation der aktuellen Situation der Xiyü-Kultur bzw. des chinesischen Wirtschaftsprogramms in Xinjiang. Sie will darüber hinaus einen Beitrag leisten zur Analyse der bislang nur unzureichend erfassten Wechselwirkungen zwischen Geschichte, Kultur, Politik und Wirtschaft in der kulturellen Globalisierung in Xinjiang.

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Chen, Pu: Die Reise der Zeichen - Eine Studie zur symbolischen Bildwelt der Xiyü-Kultur an der Seidenstraße. 2015.

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