Analyse der Anfragen an das Gemeinsame Giftinformationszentrum (GGIZ) der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu Verätzungen im Mundbereich aus den Jahren 1997 bis 2014

Nehrlich, Juliane GND

Pro Jahr geht eine stetig steigende Zahl von Anfragen im Gemeinsamen Giftin-formationszentrum (GGIZ) in Erfurt mit dem Verdacht einer Intoxikation ein. Immer buntere, fruchtigere Mittel überschwemmen den Markt, um die Haushaltsreinigung so angenehm wie möglich zu machen. Doch gerade dies ist verlockend für Kleinkinder bei der Entdeckung ihrer Umwelt. Im zahnärztlichen Alltag ist die Anwendung toxisch wirkender Substanzen ein Muss, um maximale Behandlungserfolge zu erzielen, birgt jedoch die Gefahr schwere Schäden hervorzurufen. Daher sind eine adäquate Anwendung der Substanzen gemäß den Richtlinien der Bundeszahnärztekammer und präventive Maßnahmen einzuhalten. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, eine Analyse zu Verätzungen im Mund- und Rachenbereich, zu denen das GGIZ in Erfurt zwischen 1997 und 2014 Anfragen erreichten, zu erstellen, um neue Erkenntnisse über die Häufigkeit und die Umstände, die involvierten Stoffe sowie die Alters- und Geschlechtsverteilung der Patienten zu gewinnen. Insgesamt ergaben sich 481 Fälle, die in Bezug zu oralen Verätzungen standen. Hiervon stellten Kinder im Alter von 1 bis 5 Jahren die am häufigsten betroffene Altersgruppe dar, gefolgt von den Erwachsenen. Die meisten Anfragen stammten aus Kliniken, gefolgt von Praxen und privaten Haushalten, wobei letztere sich von 1998 zu 2014 mehr als verdoppelt haben. 77% der Verätzungen waren akzidentell, wobei meist Reinigungsmittel die Ursache waren. In 63% der Fälle wurde das gesundheitliche Risiko für die Betroffenen von den Beratern des GGIZ jedoch als gering eingeschätzt. Bei den Fällen mit dentalem Bezug war eine Intoxikation durch Medikamente am häufigsten. Im zahnärztlichen Alltag verwendete Produkte wie Natriumhypochlorit oder Wasserstoffperoxid hatten einen Anteil von 14% bzw. 5%. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass trotz bereits weitreichender regulatorischer Maßnahmen eine umfassende Aufklärung der Bevölkerung weiterhin von großer Bedeutung ist, um oralen Verätzungen vorzubeugen.

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Nehrlich, Juliane: Analyse der Anfragen an das Gemeinsame Giftinformationszentrum (GGIZ) der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu Verätzungen im Mundbereich aus den Jahren 1997 bis 2014. Jena 2018.

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