Störung der sensomotorischen Integration bei der Amyotrophen Lateralsklerose

Müller, Annemarie GND

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist durch die Degeneration des ersten und zweiten Motoneurons charakterisiert, jedoch existieren zunehmend Hinweise auf einen systemischen Charakter. So wurden kognitive Dysfunktion, Sensibilitätsstörungen und Veränderungen sensorischer Fasern beobachtet. Im Vordergrund stehen Untersuchungen zu somatosensorisch evozierten Potentialen (SEP), die bisherigen Ergebnisse sind kontrovers. Die Magnetenzephalographie (MEG) ist eine hochauflösende Untersuchungsmethode, die die durch zerebrale Aktivität generierten Felder aufzeichnet. Ziel der Arbeit ist die Darstellung der kortikalen Antwort nach elektrischer Medianus- und mechanischer Fingerbeerenstimulation und Erfassung von Störungen der sensomotorischen Integration bei ALS- Patienten. Hierzu wurden 31 ALS-Patienten und 29 Kontrollpersonen eingeschlossen und SEPs beider Körperhälften via MEG erfasst. Statistisch signifikant stellte sich eine größere Signalamplitude der Kontrollpersonen im Vergleich zu den Patienten nach Reizung des rechten Zeigefingers dar. Die kortikalen Antworten nach Medianusstimulation traten im kontralateralen S1 und S2 auf. Nach Medianusreizung links imponierte eine signifikant höhere Antwort der Patienten mit bulbärem Onset, ähnliche Ergebnisse wurden zuvor demonstriert. Zusammenfassend scheint das sensorische System bei ALS-Patienten auf Kortexebene nicht vollständig intakt zu sein; minimale Veränderungen können wertvolle Informationen für das Verständnis der Erkrankung liefern.

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Müller, Annemarie: Störung der sensomotorischen Integration bei der Amyotrophen Lateralsklerose. Jena 2018.

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