Komplexe Narbenhernien : Therapieverfahren und Ergebnisse

Lenschow, Moritz GND

Als Narbenhernie bezeichnete myofasziale Defekte entstehen auf dem Boden einer multifaktoriellen Pathogenese. Präsentieren sich Narbenhernien in den anfänglichen Stadien zumeist asymptomatisch oder als vorrangig kosmetisches Beschwerdebild, stellt jede Narben-hernie aufgrund einer möglichen Inkarzeration eine potentiell lebensgefährliche Erkrankung dar. Aufgrund des vergleichsweise häufigen Vorkommens sind Narbenhernien eine in der Allgemeinchirurgie regelmäßig anzutreffende Erkrankung und eine für das Gesundheitssystem bedeutende Kostenbelastung. In welchen Fällen eine Narbenhernie als „komplex“ zu erachten ist unterliegt keiner einheitlichen Definition. Vielmehr existieren verschiedene Klassifikationsmodelle, welche patienten- und wundbezogene Faktoren berücksichtigen. Zur Therapie wird gemeinhin die operative Versorgung empfohlen. Hierfür kommen unter-schiedliche Techniken zum Einsatz. Zum einen existieren autologe Verfahren wie die primäre Faszienreadaptation, die Fasziendopplung nach Mayo, die Komponentenseparation und der plastische Gewebetransfer. Andere Verfahren basieren auf dem Einsatz eines synthetischen oder biologischen Netzes. Hierzu zählen die klassischen Netzverfahren (Inlay, Onlay, Sublay) und die IPOM-Technik. Das Inlay-Verfahren weist eine hohe Rezidivrate auf und gilt deswe-gen weitestgehend als obsolet. Die anderen Netzverfahren weisen spezifische Vor- und Nach-teile auf, gelten aber nach bisherigem Kenntnisstand als weitestgehend gleichwertig. Für jede Narbenhernie > 2-3 cm wird heute eine netzgestützte Versorgung empfohlen.

Zitieren

Zitierform:

Lenschow, Moritz: Komplexe Narbenhernien. Therapieverfahren und Ergebnisse. Jena 2018.

Zugriffsstatistik

Gesamt:
Volltextzugriffe:
Metadatenansicht:
12 Monate:
Volltextzugriffe:
Metadatenansicht:

Grafik öffnen

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export