A grammatical description of Golpa : a dying Yolnu language

Kabisch-Lindenlaub, Juliane GND

This thesis is the first detailed description of Golpa, a seriously endangered Yolŋu language that is still proudly spoken by very few people on Elcho Island, in the north eastern corner of Arnhem Land, Northern Territory, Australia. Only one the remaining speakers is still fluent. Yolŋu languages belong to the Pama-Nyungan language family. Within the Yolŋu language bloc Golpa is counted among the Nhaŋu language varieties which have received the leat linguistic attention. Nhaŋu used to be spoken by a number of clans all along the Wessel Islands. The Golpa clan is the only one left from these Nhaŋu speaking Wessel clans. Other Nhaŋu varieties are spoken westwards towards Milingimbi and Maningrida. However, they differ from Golpa (and presumably also from the other already extinct and not documented Wessel Island Nhaŋu varieties) in regard to their lexical and grammatical inventory. The grammatical description is based on the analysis of the morphological and syntactic constructions exhibited in the created text corpus and on data obtained in the course of elicitation. Some data was collected by observing actual conversations in Golpa. The description mainly rests upon data obtained from two fluent speakers and two semi-speakers. Therefore, this grammatical account differs from descriptions based on data from many speakers in a lively speech community. Like other Yolŋu languages, Golpa is typologically agglutinative, synthetic and predominantly dependent marking, showing no required order for S, A, V or O. Yolŋu languages mainly differ from each other in regard to their verbal systems. This is also the case when comparing Golpa with other Yolŋu varieties. However, unlike all other languages in that region, Golpa does not have any auxiliaries. Also, there are some distinct grammatical phenomena which appear to be related, at least to some degree, to the infrequent use of the language and the obsolescence process. It is remarkable that despite the very small number of (semi-)speakers and the limited use of the language over the past decades, Golpa still is a fully functional language with no pathological signs. It still shows a great amount of complexity and a large number of categories.

Diese Arbeit ist die erste grammatische Beschreibung der Golpa Sprache. Golpa ist eine akut vom Aussterben bedrohte Yolŋu Sprache, die nur noch von sehr wenigen Klanmitgliedern auf Elcho Island gesprochen wird. Die Insel befindet sich im äußersten Nordosten von Arnhem Land im Northern Territory, Australien. Nur noch einer der verbleibenden Sprecher beherrscht die Sprache fließend. Yolŋu Sprachen gehören der Pama-Nyungan Sprachfamilie an. Innerhalb der Yolŋu Sprachen zählt Golpa zu den Nhaŋu Mundarten. Diese sind am wenigsten beschrieben. Nhaŋu wurde von einer Reihe von Klans auf den Wessel Islands gesprochen. Von diesen existiert nur noch der Golpa Klan. Weitere Nhaŋu Mundarten werden weiter westlich bei Milingimbi und Maningrida gesprochen. Allerdings unterscheiden sich diese sowohl hinsichtlich des Vokabulars als auch hinsichtlich einer Reihe von grammatischen Elementen von Golpa (und wahrscheinlich auch von den anderen bereits toten und nicht dokumentierten Wessel Island Nhaŋu Mundarten, zu denen Golpa gehört). Die grammatische Beschreibung basiert auf der Analyse von morphologischen und syntaktischen Konstruktionen, die dem selbst aufgebauten Textkorpus entnommen oder durch Elizitationstechniken gewonnen worden sind. Einige wenige Daten sind auch durch Beobachtung von Konversationen in Golpa gesammelt worden. Nahezu alle Daten stammen von lediglich zwei fließenden Sprechern und zwei Semisprechern. Diese Golpa Grammatik ist daher nicht mit Beschreibungen zu vergleichen, die auf Daten von einer Vielzahl von Sprechern aus einer lebendigen und dynamischen Sprachgemeinschaft beruhen. Wie andere Yolŋu Sprachen auch ist Golpa eine agglutinierend-synthetische Sprache, die vorwiegend grammatische Relationen an der NP ausdrückt (dependent-marking) und keine rigide Satzstellung aufweist. Yolŋu Sprachen unterscheiden sich generell vor allem im Verbalsystem voneinander. Golpa weicht hier allerdings erheblich von anderen Yolŋu Sprachen ab, da es keine Auxiliare hat. Auch weist Golpa eine Reihe von grammatischen Merkmalen auf, die, zumindest teilweise, auf die recht eingeschränkte Nutzung der Sprache und den damit verbundenen Sprachabbauprozess zurückzuführen sind. Bemerkenswert ist, dass trotz aller Sprachabbaumerkmale, einer enorm kleinen Sprecherzahl und einem seit mehreren Jahrzehnten anhaltenden eingeschränkten Sprachgebrauchs im Grunde keine pathologischen Kennzeichen offenbar wurden. Golpa ist nach wie vor eine voll funktionstüchtige Sprache mit viel Komplexität und einer großen Zahl an Kategorien.

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Kabisch-Lindenlaub, Juliane: A grammatical description of Golpa. a dying Yolnu language. Jena 2017.

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