Landnahme. Globalisierung, Repulsion und Grenzen kapitalistischer Dynamik (Wintersemester 2017/2018)

Dörre, Klaus GND

Landnahme ist eine Kategorie, die sich soziologisch verwenden lässt, um moderne Gesell-schaften als expansive Systeme zu analysieren und zu kritisieren. Ungeachtet ihrer sonstigen Heterogenität teilen Landnahmetheorien die Prämisse, der zufolge sich moderne kapitalistische Gesellschaften nicht ausschließlich auf ihren eigenen Grundlagen reproduzieren können. Wenn sich kapitalistische Dynamik als Kette von Landnahmen verstehen lässt, ist gesellschaftliche Reproduktion ohne neue Landnahmen nicht zu haben. Sofern es jedoch kein neues Land zu entdecken gibt, das okkupiert, in Wert gesetzt, kommodifiziert und profitabel genutzt werden kann, sind Gesellschaften mit eingebautem Expansionszwang dem Untergang geweiht. Ein solcher Umschlagpunkt ist noch nicht erreicht. Weil es jedoch bereits in der Gegenwart immer schwerer wird, der Profitwirtschaft kostengünstig „Neuland", sprich: nichtkapitalistische Territorien, Wissensbestände, Produktionsweisen und Lebensformen einzuverleiben, befinden wir uns inmitten einer großen gesellschaftlichen Transformation. Wir durchleben eine ökonomische und zugleich ökologische Doppel- oder Zangenkrise - Ausgang ungewiss. So lautet in ihrer knappest möglichen Fassung die Kernthese einer neuen Landnahme-Monographie, die in der Vorlesung zur Diskussion gestellt werden soll.

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Dörre, Klaus: Landnahme. Globalisierung, Repulsion und Grenzen kapitalistischer Dynamik (Wintersemester 2017/2018). Jena 2017.

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