Hyperprolaktinämie : diagnostische Parameter und Therapieverlaufsanalyse eines Patientenkollektivs

Koeck, Carolin GND

Es ist eine Vielzahl an Ätiologien in der Entstehung der Hyperprolaktinämie mit jeweils verschiedenen Therapieoptionen bekannt. Um zu einer Reduktion diagnostischer Unsicherheiten beizutragen, war es Ziel dieser Arbeit, Unterschiede im Prolaktinspiegel sowie bei klinischen Parametern in einem Patientenkollektiv mit einer Hyperprolaktinämie aufzudecken. Zweiter Schwerpunkt war eine Analyse des Behandlungsverlaufs von Patienten mit einem Prolaktinom. Methodisch fand eine Prävalenzerhebung sowie die Erfassung und statistische Auswertung des Prolaktinspiegels und weiterer klinischer Parameter von insgesamt 207 Patienten im Zeitraum von 1989 bis 2014 statt. Die häufigste Diagnose war ein Prolaktinom (n=78, 37,7%). Der mediane Prolaktinspiegel dieser Patienten lag mit 5617 mU/l [81–317350], p<0,0001 signifikant höher als bei Patienten mit anderen Diagnosen. Die medianen Serumkonzentrationen der weiteren Ätiologien zeigten keine wesentlichen Unterschiede. Die Patienten mit einem Mikroprolaktinom wiesen im Vergleich zu Patienten mit einem Makroprolaktinom zum Zeitpunkt der Diagnosestellung seltener Kopfschmerzen (17,2% (n=5) vs. 55,1% (n=27), p<0,01), Sehstörungen (3,4% (n=1) vs. 34,7% (n=17), p<0,01) und HVL-Insuffizienzen (24,1% (n=7) vs. 79,6% (n=39), p<0,0001) auf. Über die mediane Verlaufsdauer von 6 Jahren [0,2-28,0] konnte die medikamentöse Therapie bei mehr Patienten mit einem Mikroprolaktinom beendet werden (50,0% (n=14) vs. 16,7% (n=8), p<0,01). Schlussfolgernd sind Prolaktinspiegel von über 4000 mU/l wegweisend für die Diagnose eines Prolaktinoms. Bei der Differentialdiagnostik hypophysärer Raumforderungen sprechen Werte von mehr als 2000 mU/l für dieses Adenom. Makroprolaktinome wiesen im Vergleich zu Mikroprolaktinomen deutlich häufiger Komplikationen und ein teilweise schlechteres Therapieansprechen auf.

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Koeck, Carolin: Hyperprolaktinämie. diagnostische Parameter und Therapieverlaufsanalyse eines Patientenkollektivs. Jena 2017.

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