Mediziner, ,Rassenschänder´, Interbrigadist...? : Leben und Werk des HANS SERELMAN (1898-1944)

Seifert, Konstantin GND

Die Dissertation beschäftigt sich mit dem Leben und Schaffen des in Berlin geborenen jüdischen Arztes HANS SERELMAN (1898-1944) als Mediziner und Kommunist während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Europa. Ausgehend vom Artikel Says transfusion can’t alter race aus der New York Times (1935), der das Schicksal SERELMANs als KZ-Häftling in direkten Zusammenhang mit der Übertragung seines eigenen Blutes auf eine „Arierin“ beschreibt, gilt er bis heute in zahlreichen Publikationen zwischen 1936 und 2014 als „erstes Opfer“ der Nürnberger Gesetze. Im Zusammenhang mit den neusten Erkenntnissen, die dieser Feststellung widersprechen, wurde sein beruflicher, politischer und privater Lebensweg durch drei Gesellschaftsordnungen sowie in sechs Staaten untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass der Artikel der New York Times wahre, unwahre und nicht nachweisbare Aussagen enthält. Durch die Recherchen wurde offenbar, dass SERELMANs privater und beruflicher Lebensweg nicht nur durch seine jüdische Herkunft, sondern besonders durch sein militantes politisches Engagement als aktiver Kommunist geprägt war. Seine Biografie zeigt als Einzelfallstudie, wie stark gesellschaftliche Umstände und Ereignisse wissenschaftliches Arbeiten ermöglichen oder begrenzen und wie sehr Wissenschaftler als Intellektuelle gesellschaftliche Prozesse prägen können.

This doctoral thesis deals with the life and work of the Berlin-born Jewish physician and communist HANS SERELMAN (1898-1944) during the first half of the 20th century in Europe. Beginning with the article “Says transfusion can’t alter race” published in the New York Times (1935), which describes the fate of SERELMAN as a concentration camp prisoner in the direct connection with the blood transfer to an "Aryan" woman, SERELMAN is regarded in many publications between 1936 and 2014 as a the first victim of the Nuremberg Race Laws. It turned out that the article in the New York Times contains true, false and unverifiable claims. In fact, SERELMANs private and public life was influenced not only by his Jewish origin, but also by his militant political commitment to communist movement. His biography can be seen as a case studies of compex relationhips between social-political environment and scientific work. Furthermore, his life is an example of how intellectuals can influence social processes.

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Seifert, Konstantin: Mediziner, ,Rassenschänder´, Interbrigadist...?. Leben und Werk des HANS SERELMAN (1898-1944). Jena 2017.

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