Populationsbezogene Untersuchung zu Therapie und Outcome von Kopf-Hals-Tumoren in Thüringen

Kornetzky, Nicole GND

Ziel der Arbeit war es, die Epidemiologie, Therapie und Prognose von Kopf-Hals-Tumoren in Thüringen im Zeitraum 2006-2011 zu untersuchen. Dazu wurden die Daten der 5 Thüringer Krebsregister ausgewertet. Es wurden 2584 Patienten eingeschlossen, die die Diagnose eines primären Kopf-Hals-Tumors erhielten. Neben der deskriptiven Statistik wurden mithilfe der Kaplan-Meier-Methode die Überlebenskurven für das Gesamtüberleben und das rezidivfreie Überleben ermittelt. Prognostische Faktoren wurden in univariaten Analysen mithilfe des Log-Rank-Tests untersucht. Statistisch signifikante prognostische Faktoren wurden einer Regressionsanalyse nach Cox zugeführt. Das Geschlechterverhältnis (m:w) lag bei 4:1. Das mediane Alter betrug 60 Jahre. Am häufigsten kamen Oropharynxtumoren (28,8%) vor, gefolgt von Tumoren der Mundhöhle (27,4%) und des Larynx (18,6%). Bei Männern gab es einen Inzidenzanstieg für Tumoren der Nase, Nasennebenhöhle und des Mittelohrs (von 0,61 auf 1,72). Im Übrigen blieben die Inzidenzen konstant. Die meisten Tumoren wurden erst im Stadium IV entdeckt (36,9%). Die häufigste Therapieform war eine multimodale Therapie (58,2%). 20,7% der Patienten erlitten ein Rezidiv. Für das Gesamtkollektiv lag die 5-Jahres-Überlebensrate bei 51,5%. Tumoren der Lippe zeigten die beste 5-Jahres-Gesamtüberlebensrate (67,4%), Hypopharynxtumoren die schlechteste (36,8%). Negative Risikofaktoren für das Gesamtüberleben waren männliches Geschlecht, Alter >60, hohes T-Stadium, Halslymphknotenbefall, Fernmetastasen und Bestrahlung/Chemotherapie. Bei der Auswertung der Registerdaten fiel auf, dass bei einigen Patienten wichtige Angaben, wie z.B. das Tumorstadium fehlten. Bisher wurde kein HPV-Status registriert. Eine Erfassung dieser wichtigen Daten wäre wünschenswert, um eine noch aussagekräftigere epidemiologische Auswertung durchführen zu können.

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Kornetzky, Nicole: Populationsbezogene Untersuchung zu Therapie und Outcome von Kopf-Hals-Tumoren in Thüringen. Jena 2017.

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