Analysis of creationism in the United States from Scopes (1925) to Kitzmiller (2005) and its effect on the nations science education system

Watts, Elizabeth GND

Der Kreationismus in all seinen Varianten geht weitgehend bis heute von der Annahme aus, dass die biologische Vielfalt nicht durch natürliche Ursachen, sondern durch Einwirkung übernatürlicher Kräfte entstanden ist (Einwirkung eines Schöpfer-Wesens). Nicht mehr hinterfragbare Begründungen sind dabei für kreationistisch geprägte Theorien charakteristisch, auch die ID-Bewegung setzt hier fort. In beiden Fällen (Kreationismus/ID) handelt es sich nicht um Theorien, da sie die Ansprüche, die man in der Wissenschaft an eine Theorie stellt, nicht erfüllen. Es sind vielmehr pseudowissenschaftliche, antidarwinistische Theoriengebäude die derzeit mit dazu beitragen, dass die „Religion“ generell in Misskredit gezogen wird. Diese Sichtweise kann sich auch negativ auf den naturwissenschaftlichen Unterricht auswirken, wenn Kreationisten bspw. versuchen, übernatürliche Erklärungen für das Auftreten von Arten im Biologieunterricht zu propagieren. Diese „weltanschauliche“ Interpretation ist besonders stark innerhalb des naturwissenschaftlichen Unterrichtes in den Vereinigten Staaten zu finden, wo fast 75% der Bevölkerung die naturalistische Evolutionstheorie ablehnt. Zudem sind die meisten amerikanischen Schüler unfähig, erfolgreich an naturwissenschaftlichen Universitätskursen teilzunehmen. Vorliegende Arbeit liefert eine erste umfassende Bestandsaufnahme des „Kreationismus-Phänomens“ aus historischer, rechtlicher und pädagogischer Perspektive. Es wurden hierfür 24 Rechtsfälle, die auf anti-evolutionärer Grundlage basierten, im Detail analysiert und die strategischen Tendenzen der Kreationismus-Bewegung identifiziert. Hierbei wird verdeutlicht, dass die kreationistischen Strategien Großteils als Reaktion auf die jeweiligen Gerichtsentscheidungen entstanden sind. Weiterhin wurde die direkte Einflussnahme des Kreationismus auf das Bildungssystem mittels staatlicher Einflussnahme auf Lehrbuchinhalte und Bildungsstandards im Fachbereich Biologie analysiert. Da die Inhalte von Lehrbüchern und Bildungsstandards vorwiegend durch politische Prozesse und Gremien in den USA festgelegt werden, gelang es so den Kreationisten, durch entsprechende politische Einflussnahme, die Wissenschaftlichkeit der Evolutionsbiologie innerhalb der Lehrbücher und Bildungsstandards herabzusetzen, mit der Konsequenz, dass das Thema „Evolution“ nur noch marginal unterrichtet werden kann. Zusätzlich ergab eine Analyse frei wählbarer amerikanischer Lehr- und Lernmaterialien, dass die Kreationisten auch sehr erfolgreich darin sind, ihre Ideen entsprechend zu vermarkten (Bücher, Filme, Errichtung von Museen), um so ihre Ziele auch außerhalb des Klassenraumes zu stärken. Ebenso wurde die Kreationismus-Bewegung in Deutschland dargestellt. Dieser Vergleich zwischen den beiden Ländern soll mit dazu beitragen, die generellen Schlüsselkomponenten kreationistischer Bewegungen aufzudecken. Die Studie liefert hier neue, detaillierte Einblicke in die Kreationismus-Bewegung und zeigt, dass diese Strömung derzeit weiter sehr aktiv und erfolgreich ist. Überdies wird gezeigt, dass der Kreationismus (ID-Bewegung) sich nicht nur in den Vereinigten Staaten ausgebreitet hat, sondern auch zunehmend in europäischen Ländern zu finden ist.

Zitieren

Zitierform:

Watts, Elizabeth: Analysis of creationism in the United States from Scopes (1925) to Kitzmiller (2005) and its effect on the nations science education system. Jena 2017.

Zugriffsstatistik

Gesamt:
Volltextzugriffe:
Metadatenansicht:
12 Monate:
Volltextzugriffe:
Metadatenansicht:

Grafik öffnen

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export