Kalziumsignale in Spermien

Geitner, Marzelline GND

Das natürliche Gestagen Progesteron induziert im Spermium einen Kalziumeinstrom, der für viele Spermienfunktionen notwendig ist. Anhand dieser Kalziumsignale sollen der Einfluss der Morphologie und der Effekt von Ulipristal auf die Kalziumsignale humaner Spermien untersucht und beurteilt werden. Dazu wurden die Samenproben mit dem Kalziumindikator Fura-2-AM versetzt Die Änderungen der Kalziumionenkonzentration wurden nach Inkubation mit Ulipristal und/oder Progesteron an einem inversen Epifluoreszenzmikroskop verfolgt. Die Morphologie gilt als wichtiger Parameter zur Beurteilung von Spermien. Allerdings ist ihre Bedeutung zunehmend umstritten. Daher untersucht der erste Teil der Arbeit den Effekt der Morphologie auf den Progesteron-induzierten Kalziumeinstrom, indem es die Kalziumsignale morphologisch normaler und abnor-maler Spermien vergleicht. Es zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Kalziumsignalen morphologisch normaler und abnormaler Spermien. So ist anzunehmen, dass die Morphologie keinen Einfluss auf Progesteron-vermittelte Spermienfunktionen nimmt. Der synthetische Progesteronrezeptormodulator Ulipristal ist unter anderem zur Therapie des Uterus myomatosus zugelassen. Somit ist es möglich, dass Spermien im weiblichen Genitaltrakt mit dem Wirkstoff in Berührung kommen. So wurde im zweiten Teil der Arbeit geprüft, ob Ulipristal wie Progesteron die intrazelluläre Kalziumionenkonzentration beeinflusst. Dabei konnte eine 20 µM Ulipristal-Lösung ähnliche Kalziumsignale wie Progesteron induzieren. Niedrigere Konzentrationen (5, 10, 15 µM) zeigten keinen vergleichbaren Effekt. Zur Beurteilung einer potentiellen Interaktion von Progesteron und Ulipristal erfolgten simultane und sequentielle Substanzzugaben. Eine gleichzeitige Zugabe veränderte den Kalziumeinstrom nicht, während eine vorangehende Ulipristalgabe einen hemmenden Effekt auf den nachfolgenden Progesteron-induzierten Kalziumanstieg hatte.

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Geitner, Marzelline: Kalziumsignale in Spermien. Jena 2016.

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