In vivo Charakterisierung der Degeneration dezellularisierter und nativer biologischer Herzklappenprothesen im Niederdrucksystem

Laube, Adrian GND

Ältere, multimorbide Patienten mit schwerer Trikuspidalklappen-insuffizienz stellen im klinischen Alltag eine therapeutische Herausforderung dar. Die konservativen Therapiemöglichkeiten sind limitiert. Bisher ist keine interventionelle Therapie auf diesem Gebiet im klinischen Alltag etabliert. Der Klappenersatz mittels selbstexpandierender Klappenprothese in zentralvenöser Position hat in präklinischen Studien und Heilversuchen am Menschen erste gute Ergebnisse erzielt. Die klinisch etablierten Materialien zum biologischen Herzklappenersatz weisen jedoch eine begrenzte Haltbarkeit durch Degeneration auf und limitieren das Langzeitergebnis. Die Dezellularisierung als ein Verfahren zur Herstellung langlebiger biologischer Klappenmaterialien stellt einen vielversprechenden Ansatz zur Überwindung dieser Limitation dar. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Funktion und Haltbarkeit von dezellularisierten und glutaraldehyd-fixierten Herzklappenprothesen in zentralvenöser Position im Tiermodell der hochgradigen Trikuspidalklappeninsuffizienz zu vergleichen. Dazu wurden zwei Herzklappenprothesen je Tier in 8 Tiere auf einem selbstexpandierenden Nitinol-Stent in die SVC und IVC implantiert. Bei 4 Tieren wurde Prothesen aus glutaraldehyd-fixiertem Perikard, bei weiteren 4 Tieren aus dezellularisiertem Perikard verwendet. Nach einer Beobachtungsphase von 24 Wochen ergaben sich folgende Ergebnisse: Die Implantation zentralvenöser Klappenprothesen ist auch im Langzeitversuch technisch möglich. Die Implantation führte zu einer signifikanten hämodynamischen Verbesserung in beiden Gruppen. Im Langzeitergebnis wiesen die Prothesen aus dezellularisiertem Perikard eine bessere Haltbarkeit auf. Die Unterschiede zeigten sich sowohl auf hämodynamischer als auch auf histologischer Ebene. Die dezellularisierten Prothesen wiesen eine persistierende Verbesserung der Hämodynamik auf, was bei den glutaraldehyd-fixierten Prothesen nicht nachweisbar war. Histologisch zeigten diese dagegen eine ausgeprägte Sklerose und Degeneration. Es ergeben sich deutliche Vorteile bei der Verwendung von dezellularisiertem Perikard, welches im Gegensatz zu dem herkömmlich benutzten GA-fixierten Material Herzklappenprothesen ermöglicht, die wesentlich geringer zur Degeneration und Sklerosierung neigen und Ansätze einer Rezellularisierung zeigen.

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Laube, Adrian: In vivo Charakterisierung der Degeneration dezellularisierter und nativer biologischer Herzklappenprothesen im Niederdrucksystem. Jena 2016.

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