GNAS-1 Mutationen in gastrointestinalen Tumoren

Walther, Bernhard Maria GND

Hintergrund: Weltweit tragen maligne Neoplasien, besonders die des gastrointestinalen Traktes (GIT) zu einer hohen Morbidität und Mortalität bei. Viele dieser Entartungen haben ihren Ursprung in Mutationen. Genetische Sequenzierung gibt uns die Möglichkeit, Gemeinsamkeiten in der Tumorigenese zu finden, Diagnosen schneller zu stellen und eine Therapie einzuleiten. Auf dem Chromosom 20 erstreckt sich der Genlocus des GNAS1 Gens über 13 Exons, welches die α-Subunit eines heterotrimeren membranständigen Rezeptors kodiert, dessen Hauptaufgabe die ubiquitäre Signalübertragung ist. Mutationen dieses Genlocus können Neoplasien zur Folge haben, die schon in vorangegangenen Studien besonders in Weichteiltumoren und in anderen Tumoren nachgewiesen worden. In vorliegender Arbeit wurden unterschiedliche Gruppen von Tumorentitäten des Gastrointenstinaltraktes auf eine mögliche GNAS1 Mutation untersucht. Methoden: Insgesamt wurden 135 Proben analysiert, darunter 62 Adenome des Kolons (45 tubulär-villös, elf tubulär, sechs rein villös), zehn hyperplastische Magenpolypen, 31 gastroenteropankreatische neuroendokrine Tumore (GEP-NET´s) und 32 kolorektale Adenokarzinome. Die DNA wurde aus formalinfixierten Paraffinblöcken extrahiert, mittels PCR ein 252 bp messender Abschnitt des GNAS1 Gens von Exon 8 amplifiziert, mit Positiv- und Negativ-Kontrollen verifiziert und anschließend erfolgte die PCR-Produktüberprüfung mittels 1,5-prozentiger gelRED-gefärbter Agarose-Gel-Elektrophorese. Die erhaltene und anschließend aufgereinigte DNA wurde durch Kapillarelektrophorese sequenziert und auf Mutationen ausgewertet. Ergebnisse: Von allen analysierten Proben wiesen fünf (3,7%) eine GNAS1 Mutation auf. Vier der 62 Adenome (6,45%) zeigten eine R201H, sowie ein kolorektales Karzinom (3,13%) eine R201C Mutation. In keinem GEP-NET oder hyperplastischen Magenpolypen konnte eine GNAS1 Mutation nachgewiesen werden. Schlussfolgerung: Adenome zeigen teilweise GNAS1 Mutationen, vor allem aber dann, wenn sie histologisch villöse Anteile zeigen. Besonders häufig kommen GNAS1 Mutationen im Rektum vor, scheinen aber in der Entstehung von kolorektalen Karzinomen keine große Rolle zu spielen. GEP-NET´s sowie hyperplastische Magenpolypen entwickeln sich höchstwahrscheinlich ohne Beteiligung einer GNAS1 Mutation. Als genetischer Marker spielen GNAS1 Mutation derzeit in der Diagnostik keine Rolle. Es scheint Unterschiede zwischen GNAS1 Mutations-Vorkommen zwischen dem japanischen und kaukasischen Patientenkohorten zu geben. Dies sollte ein Ansatz für zukünftige wissenschaftliche Studien werden, um die Zusammenhänge zwischen GNAS1 Mutationen in der Tumorigenese verschiedener Entitäten und unterschiedlicher Population besser zu verstehen.

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Walther, Bernhard Maria: GNAS-1 Mutationen in gastrointestinalen Tumoren. gw 2016.

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