Erfurter Stadtgeschichte : Das Leben der Juden in Erfurt in der Zeit vom 11. bis 15. Jahrhundert : eine Spurensuche

Wirth, Christoph

Der vorliegende Aufsatz begibt sich auf Spurensuche nach dem Leben der Juden in Erfurt vom 11. Jahrhundert bis zu ihrer endgültigen Vertreibung im Jahr 1458. Einschneidendes Ereignis in diesem Zeitraum war das Pogrom am 21. März 1349, bei dem etwa 1000 Erfurter Juden ermordet wurden. Die Alte Synagoge wurde nach dem Pogrom von 1349 zum Speicher umgebaut. Die Synagoge, die seit 1357 hinter dem Rathaus stand, wurde zum städtischen Zeughaus ausgebaut und 1736 vollständig abgerissen. Der mittelalterliche jüdische Friedhof wurde nach Vertreibung der Juden 1458 eingeebnet und auf einem Teil von ihm wurde seit 1465 das noch bestehende Kornhaus errichtet, womit der noch heute an der Großen Ackerhofsgasse stehende ehemalige Städtische Kornspeicher gemeint ist. Die Grabsteine des mittelalterlichen jüdischen Friedhofs wurden für den Bau der Stadtbefestigung verwendet. Damit schienen zahlreiche Spuren jüdischen Lebens in Erfurt für immer ausgelöscht worden zu sein. Thüringen, Mittelalter, jüdische Gemeinde, Judenmeister, Parnassim, jüdisches Viertel, Mikwe, Erzbischof, Steinernes Haus, Siechenhaus, Stadtrat, Reichstag, Schofarot, Judeneid, Judenschuldentilgung, Rabbinersynode, Tanzhaus, Frauensynagoge, Judenbuch, Judenschule, Germania Judaica, Brunnenvergiftung, Pest, Judenmord, Fastentag, Memorbuch, Verfolgung, Wucher, Lombarden, Kawerschen, Schutzgeld, Klagelieder, Erfurter Schatz, Freizinsregister, Ephraim Salomon Unger, Judenzoll, Bliden, Kehila, August Hermann Francke, Realschule, Jüdische Freischule, Karthäuserkloster

This essay contains a search for traces of the Jews living in Erfurt from the 11th century till their final expulsion in 1458. The incisive event for the Jews living in Erfurt during this period was the pogrom on March 21st 1349 with approximately 1.000 Jews being killed. Afterwards, the old synagogue was transformed to a storehouse. The new synagogue built behind the then town hall in 1357 was changed to a municipal arsenal in 1461 and torn down in 1736. The old Jewish cemetery was levelled out after the final expulsion of the Jews in 1458 and instead a municipal granary was put up on a part of the former cemetery. A lot of the gravestones of the old Jewish cemetery were used for the construction of the town walls. The traces of Jewish life in Erfurt were apparently extinguished. This essay wants to show that the traces can still be found and the testimonies for Jewish life in Erfurt during the middle ages haven’t vanished. Keywords: Thuringia, Jewish congregation, Jewish community, Jewish quarter, archbishop, town council, well poisoning, plague, persecution, profiteering, protection money, elegies, fast day, Rabbi synod, community hall, women synagogue, mikvah, extinction

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Wirth, Christoph: Erfurter Stadtgeschichte. Das Leben der Juden in Erfurt in der Zeit vom 11. bis 15. Jahrhundert : eine Spurensuche. 2016.

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