@PhdThesis{dbt_mods_00026133, author = {Kirchberg Dr. med., Stefanie}, title = {Entwicklung von K-Komplexen als Element des Schlafstadiums NREM 2 im Kindesalter}, year = {2015}, month = {Jun}, day = {16}, keywords = {Kind / Schlaf / Schlafforschung}, abstract = {Das kindliche Schlaf-EEG weist, bedingt durch den Reifungsprozess des zentralen Nervensystems, im Altersgang entscheidende Ver{\"a}nderungen auf. K-Komplexe sind charakteristische Graphoelemente, die spontan als auch durch {\"a}u{\ss}ere Reize ausgel{\"o}st auftreten k{\"o}nnen. Sie kennzeichnen den {\"U}bergang vom Schlafstadium NREM 1 oder REM zum Stadium NREM 2, bzw. je nach Anteil der Delta-Wellen in der jeweiligen Epoche zum Stadium NREM 3. Die Unterschiede in der Ableittechnik und der Wandel im Definitionsbegriff zu K-Komplexen erlaubt nur eine eingeschr{\"a}nkte Vergleichbarkeit der Ergebnisse der vorliegenden Arbeit mit vorangegangen Untersuchungen, zumal die Mehrzahl der bisherigen Untersuchungen an erwachsenen Probanden durchgef{\"u}hrt wurden. Zur Entwicklung der K-Komplexe im Kindesalter existieren nach heutigem Kenntnisstand keine direkt vergleichbaren Daten. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die H{\"a}ufigkeit des Auftretens von K-Komplexen im Schlafstadium N2/ NREM 2 und die Auspr{\"a}gung der Amplitudenh{\"o}he {\"u}ber der frontalen und zentralen Hirnregion bei gesunden Kindern vom S{\"a}uglingsalter bis zur Adoleszenz darzustellen, unter Ber{\"u}cksichtigung des physischen Entwicklungsstadiums bei den Kindern und Jugendlichen in der Pubert{\"a}t. Die in dieser Arbeit ermittelten Normwerte sollen das Scoren der Schlafstadien vereinfachen und die fr{\"u}hzeitige Entdeckung neurologischer und morphologischer Reifeverz{\"o}gerungen erm{\"o}glichen. Es wurden 108 gesunde Kinder und Jugendliche im Alter von 6 Monaten bis 18 Jahre, aufgeteilt in 9 Altersgruppen, davon 54 weibliche und 54 m{\"a}nnliche Probanden {\"u}ber den Zeitraum einer Nacht (first-night) polysomnographisch {\"u}berwacht. Die Bewertung der K-Komplexe erfolgte im Schlafstadium NREM 2. Die ersten K-Komplexe wurden im Alter von 6 Monaten registriert. Die durchschnittlich ermittelte Anzahl von K-Komplexen (Median/ Interquartilsabstand) erstreckt sich von 2,6/ 1,7 pro Stunde N2 in der Altersgruppe 1 (0,7/ 0,3 Jahre) bis 35,7/ 26,7 pro Stunde N2 in der Altersgruppe 9 (Tanner 5, 16,8/ 1,2 Jahre). W{\"a}hrend f{\"u}r die Anzahl der ermittelten K-Komplexe und die Amplitudenh{\"o}he {\"u}ber der frontalen Ableitung ein statistisch signifikanter altersabh{\"a}ngiger Unterschied nachgewiesen werden konnte (Kruskal-Wallis-Test, p<0,01), zeigten sich {\"u}ber der zentralen Region keine signifikanten Ver{\"a}nderungen. In den Altersgruppen 1 (0,7/ 0,3 Jahre) bis 6 (10,9/ 1,4 Jahre) erreichen die Amplitudenwerte in C3 leicht h{\"o}here Werte als in F3. Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zeigen, dass ab der Altersgruppe 7 (13,3/ 2,1 Jahre) K-Komplexe {\"u}ber der Frontalregion besser zu erkennen sind als {\"u}ber der Zentralregion. Signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede konnten in den Untersuchungen zu dieser Arbeit nicht nachgewiesen werden. Hauptcharakteristika des Schlafstadiums N2 sind Schlafspindeln und K-Komplexe, die abh{\"a}ngig vom Alter in unterschiedlicher H{\"a}ufigkeit auftreten. Die in der vorliegenden Arbeit ermittelte sehr geringe H{\"a}ufigkeit von K-Komplexen bei j{\"u}ngeren Kindern erschwert die Bestimmung der Schlafstadien, was Konsequenzen f{\"u}r die Definition des Schlafstadiums NREM 2 in diesen Altersgruppen hat. Das Stadium N2/ NREM 2 macht altersabh{\"a}ngig etwa ein Drittel bis die H{\"a}lfte der Gesamtschlafzeit TST aus. Dies betont die Wichtigkeit der Festlegung auf einheitliche Definitionen bei der Bestimmung dieses Stadiums. Ver{\"a}nderungen in der Frequenz und in der Amplitude des Elektroenzephalogramms kennzeichnen den Prozess der Hirnreifung im Kindesalter. Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zeigen, analog zur ontogenetischen Entwicklung des pr{\"a}frontalen Kortex, einen Wandel in der H{\"a}ufigkeit und Auspr{\"a}gung von K-Komplexen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit von 3 EEG-Ableitungen f{\"u}r eine polysomnographische Diagnostik zur Erfassung frontaler, zentraler und okzipitaler Aktivit{\"a}ten. Die ermittelten altersabh{\"a}ngigen Normwerte erm{\"o}glichen hierdurch die fr{\"u}hzeitige Erkennung neurologischer Reifeverz{\"o}gerungen.}, url = {https://www.db-thueringen.de/receive/dbt_mods_00026133}, url = {http://uri.gbv.de/document/gvk:ppn:827493894}, file = {:https://www.db-thueringen.de/servlets/MCRZipServlet/dbt_derivate_00031892:TYPE}, language = {de} }