Analyse der Ruheatmung am wachen Menschen

Halka-König, Corina

Die Respirationsolfaktometrie ist ein Verfahren um die Intaktheit des Riechsinnes am Menschen zu überprüfen. Im Gegensatz zu anderen Untersuchungsmethoden ist diese Methode von der Compliance des Probanden unabhängig. Oft dient sie zur Bestätigung oder zum Ausschluss einer Anosmie in gutachterlichen Fragen. Während der Respirationsolfaktometrie sitzt der Proband aufrecht und bekommt einen Riechreiz mittels eines Olfaktometers appliziert, wenn sich seine Ruheatmung einstellt. Anhand des Eintritts einer Atemänderung infolge einer Orientierungsreaktion, kann die Intaktheit der olfaktorischen Afferenz diagnostiziert werden. Ziel dieser Arbeit war es zu untersuchen, ob sich eine gleichmäßige Ruheatmung im Liegen schneller und dauerhafter einstellt, als im Sitzen. Im Sitzen war die Ausbeute an regelmäßigeren Ruheatemzügen bisher gering. Aufgrund dessen stellte sich in dem Zusammenhang die Frage, ob in liegender Position der Ertrag an regelmäßigeren Ruheatemzügen höher ist. Regelmäßigere Ruheatemzüge sind Atemzüge mit einem VarkDIN und VarkDEX ≤ 0,1 im Liegen bzw. Sitzen. Die Anzahl dieser RAZ wurde geprüft, sowie deren Häufigkeit über den gesamten Versuchsablauf. Ebenso wurde untersucht, ob die Lageposition des Probanden, das Alter oder das Geschlecht einen Einfluss auf die Ruheatmung ausüben und signifikante Unterschiede darstellbar sind. Anhand von festgelegten Atemparametern wurde die Ruheatmung analysiert und für jede einzelne Testperson betrachtet. Die Regelmäßigkeit der Ruheatmung wurde durch folgende Atemparameter definiert: betrachtet wurden die Dauer der Inspiration (DIN), die Dauer der Exspiration (DEX), die Atemfrequenz (ATF), der Variationskoeffizient für die Dauer der Inspiration und Exspiration (VarkDIN, VarkDEX) im Liegen und Sitzen, DeltaVarkDIN_L und DeltaVarkDIN_S (Differenz aus oberer und unterer Grenze des 95%igen Konfidenzintervalls des über 30 Minuten gemittelten VarkDIN, im Liegen und Sitzen) und ebenfalls DeltaVarkDIN_L und DeltaVarkDIN_S (Differenz aus oberer und unterer Grenze des 95%igen Konfidenzintervalls des über 30 Minuten gemittelten VarkDEX, im Liegen und Sitzen). Gleichermaßen wurde die Anzahl regelmäßigerer Ruheatemzüge für die Inspiration und Exspiration (RAZ_DIN, RAZ_DEX) betrachtet, jeweils für die liegende und sitzende Position. Ein Differentialdruckmanometer registrierte die respiratorischen nasalen Druckschwankungen. Durch ein LabView - Programm wurde die Atmung des Probanden visualisiert und die Atemzüge unter den ausgewählten Atemparameter DIN, DEX, ATF, VarkDIN, VarkDEX, DeltaVarkDIN, DeltaVarkDEX, RAZ_DIN und RAZ_DEX betrachtet. Es erfolgte der Vergleich der Parameter unter den festgelegten Altersgruppen, der Lageposition und des Geschlechtes. Nach Erhebung der Messdaten erfolgte die statistische Auswertung durch IBM SPSS Statistics 21.0. Diese Arbeit beschäftigte sich mit der Untersuchung der Mikrostruktur der Ruheatmung im Sitzen und Liegen und die mögliche Auswirkungen auf die Methodik der Respirationsolfaktometrie. Die Betrachtung der 48 Probanden erfolgte differenziert nach Altersgruppen und nach Geschlecht. Die Zeitparameter der Ruheatmung im Liegen waren nicht different zu denen im Sitzen. Dies war zutreffend für DIN, DEX und ATF. Bei Probanden unserer Studie hatten Altersgruppen und Geschlecht keinen Einfluss auf ATF, DIN und DEX in Ruhe. Die Variationskoeffizienten für ATF, DIN und DEX waren in unserer Studie nicht alters- oder geschlechtsabhängig. DEX war in Ruhe, sowohl im Liegen als auch im Sitzen, größer als DIN. Die überwiegende Passitivität der Exspiration könnte einer der Gründe dafür sein. Bei schneller Atemfrequenz wurden postexspiratorische Pausen weniger häufig beobachtet, als bei langsamer Atemfrequenz. Dies wäre die Erklärung dafür, warum die Werte von DEX eine größere Streuung aufweisen, als die von DIN. Die Werte für DeltaVarkDIN bestätigen dies, denn sie waren stets kleiner als die für DeltaVarkDEX, sowohl im Liegen als auch im Sitzen.

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Halka-König, Corina: Analyse der Ruheatmung am wachen Menschen. 2015.

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