Der Einfluss NaF-haltiger Zahnpasten mit unterschiedlichem Fluoridgehalt auf die Plaque- und Speichelfluoridkonzentration

Köllner-Holzheu, Caroline

Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den F-Gehalt der Plaque und des Speichels sowie deren Beeinflussung durch unterschiedlich konzentrierte NaF-Zahnpasten zu untersuchen. Es wurde die Beeinflussung der F-Konzentration in der Plaque und im Speichel durch Zahnpasten mit unterschiedlicher F-Konzentration von 500 ppm F bis 5000 ppm F im Vergleich zu einer F-freien Zahnpaste geprüft. Vor der klinischen Anwendung wurden die Zahnpasten auf ihren ausgewiesenen F-Gehalt untersucht. Es wurde die von STÖßER (2004) beschriebene Methode zur Plaqueentnahme mit der dental-floss-Technik und die Methode zur F-Bestimmung in NaF-Zahnpasten nach BARDAL et al. (2003) angewandt. Bis auf geringe Abweichungen stimmten die auf den Zahnpasten ausgewiesenen F-Werte mit den gemessenen Werten überein. Plaque- und Speichelproben wurden vor und 30 Min. nach dem Zähneputzen gesammelt und ihr F-Gehalt bestimmt. Die Messung des F-Gehaltes in den Plaque- und Speichelproben erfolgte unter Verwendung einer F-sensitiven Elektrode nach dem Verfahren der direkten Potentiometrie (VENKATESWARLU 1994). Vor dem Zähneputzen variierte der F-Gehalt der Plaque zwischen 2,96 ± 1,41 ppm F und 3,77 ± 1,5 ppm F und im Speichel zwischen 0,035 ± 0,028 ppm F und 0,039 ± 0,015 ppm F. Die 250 ppm NaF-Zahnpaste führte in der Plaque zu einer signifikanten Erhöhung des F-Wertes auf 4,42 ± 2,15 ppm F und im Speichel auf 0,14 ± 0,12 ppm F. Nach Verwendung der 5000 ppm NaF-Zahnpaste wurde die höchste F-Akkumulation in der Plaque von 13,94 ± 4,56 ppm und im Speichel von 1,44 ± 1,41 ppm F beobachtet. Weiterhin wurde der F-Gehalt im Speichel von philippinischen Schülern nach Anwendung der NaF-Zahnpaste „Pollypaste“ geprüft. Zuvor wurden fünf Chargen von „Pollypaste“ auf ihren ausgewiesenen F-Gehalt (1450 ppm F) untersucht. In Charge I stimmte der ausgewiesene F-Gehalt annähernd mit den Laborwerten überein. Das Probandenkollektiv putzte sich mit „Pollypaste“ und einer trockenen Zahnbürste die Zähne. Vor und 30 Min. nach dem Zähneputzen wurden Speichelproben gesammelt. Die F-Konzentration des Speichels lag vor dem Putzen bei 0,019 ± 0,005 ppm F und stieg 30 Min. nach dem Putzen auf 2,308 ± 1,524 ppm F an. Die F-Bestimmung des Speichels wurde mit einem studentischen Probandenkollektiv reproduziert. Dabei wurde zusätzlich der Einfluss des Zähneputzens mit einer trockenen und feuchten Zahnbürste untersucht. Die F-Konzentration des Speichels lag vor dem Zähneputzen zwischen 0,061 ± 0,017 ppm F (trocken) und 0,076 ± 0,037 ppm F (feucht); sie stieg nach dem Putzen mit einer trockenen Zahnbürste auf 1,244 ± 0,826 ppm F und mit einer feuchten Zahnbürste auf 1,226 ± 0,960 ppm F an. Resümierend ist festzustellen, dass es eine dosisabhängige F-Anreicherung in der Plaque und im Speichel unterschiedlich konzentrierter NaF-Zahnpasten gibt. Die Verwendung einer trockenen oder feuchten Zahnbürste hatte keinen Einfluss auf die F-Konzentration im Speichel. Die regelmäßige Verwendung einer F-haltigen Zahnpaste ist eine effektive kariesprotektive Maßnahme, wenn Qualitätsstandards bei der Zahnpastenproduktion umgesetzt werden.

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Köllner-Holzheu, Caroline: Der Einfluss NaF-haltiger Zahnpasten mit unterschiedlichem Fluoridgehalt auf die Plaque- und Speichelfluoridkonzentration. 2015.

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