Untersuchungen zur diagnostischen Wertigkeit der 3-Tesla Magnetresonanztomographie bei der peripheren Fazialisparese

Kraft, Anke GND

Eine zuverlässige Aussage über den Verlauf einer Fazialisparese ist aktuell mittels Elektromyelogramm erst 10 bis 14 Tage nach Erkrankungsbeginn möglich. Eine frühere Diagnose kann mittels Magnetresonanztomografie (MRT) erfolgen. Ziel dieser Studie war es daher die diagnostische und prognostische Wertigkeit der 3-Tesla MRT zu evaluieren. Hierzu wurde bei 43 Patienten mit akuter peripherer unilateraler Fazialisparese innerhalb der ersten sechs Tage nach Krankheitsbeginn eine T1-gewichtete FLASH-3D-Sequenz gemessen. Bei 29 Patienten wurde zusätzlich eine dynamische kontrastmittelverstärkte MRT durchgeführt. Der Schweregrad der Erkrankung wurde durch den Stennert-Index und die House-Brackmann-Skala zu Beginn und im Verlauf der Parese bestimmt. Die Auswertung der Bilddaten erfolgte durch eine Analyse der Signalintensitäten (SI) anhand standardisierter regions of interest (ROI) im prämeatalen Segment (PMS) und im Ganglion geniculi (GG) des N. facialis. Sowohl nativ als auch nach Kontrastmittelgabe ergibt ein Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test signifikant höhere SI im PMS im erkrankten N. facialis. Nach Kontrastmittelgabe zeigt das erkrankte GG ebenfalls signifikant höhere SI im Vergleich zur kontralateralen Seite. Nicht parametrische Korrelationen können keine Zusammenhänge der klinischen Patientendaten mit den SI im PMS und GG aufzeigen. Patienten mit hohem Risiko für eine Defektheilung können somit nicht identifiziert werden. Mittelwertkurven der dynamischen kontrastmittelverstärkten MRT für die einzelnen ROI des N. facialis bestätigen diese Ergebnisse. So zeigen sich höhere SI für den erkrankten Nerv. Die Definition von objektiven Parametern ermöglicht die Evaluierung der Kontrastmittelanreicherung im zeitlichen Verlauf. Eine Normierung zeigt den zeitlichen Verlauf der Signalintensität unabhängig von den Absolutwerten. Die diagnostische Wertigkeit der Kontrastmitteldynamik des N. facialis kann bei kleiner Datenmenge jedoch nicht abschließend evaluiert werden.

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Kraft, Anke: Untersuchungen zur diagnostischen Wertigkeit der 3-Tesla Magnetresonanztomographie bei der peripheren Fazialisparese. 2014.

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