Die Konservierung, Restaurierung und Vorbereitung zur Ausstellung des Röhrenbrunnens aus Seebergen

Hägele, Jörg

Im Frühjahr 2008 wurde bei Grabungen in Seebergen/Thüringen ein Röhrenbrunnen aus der RKZ gefunden. Da diese Art von Funden für Thüringen auf Grund der Bodenverhältnisse etwas Besonderes ist soll der Brunnen in einer Ausstellung gezeigt werden. Nach der Reinigung der Bruchstücke konnte mikroskopisch die Holzart als Tanne bestimmt werden. Weiterhin konnte ein Wassergehalt von 246 % festgestellt werden. Da die Konservierung nicht gleich erfolgen konnte wurden die Teile des Brunnens in PE-Folie eingeschlagen und tiefgefroren. Im Sommer 2011 wurde die Konzeption für die Ausstellung „Kelten und Germanen“ auf dem Schloss Friedenstein Gotha 13.11.2011-12.02.2012 erstellt und der Brunnen war ist darin ein fester Bestandteil. Somit musste eine Möglichkeit zur Konservierung und Präsentation des Brunnens gefunden werden. Das Holz des Brunnens ist mit 246% Wassergehalt in die Klasse II einzustufen[1] und es würde unbehandelt eine Schwindung um ca. 35% ergeben [2]. Aus diesem Grund sollte das Holz vor dem Trocknen getränkt werden. Dies ist aus technischen und zeitlichen Gründen (Vorbereitungszeitraum des Brunnens bis zur Präsentation ca. 3 Monate) nicht möglich. Aus diesem Grund wurde sich für einen Versuch des Konservierens mit Hilfe der Gefriertrocknung entschieden. Für die Erprobung wurde ein Teil der Brunnenwandung (640mm Höhe, 197 mm Breite, 50 mm Stärke) aus der Tiefkühlzelle entnommen und der Umriss auf eine Folie übertragen. Anschließend konnte das Stück über einen Zeitraum von sieben Tagen getrocknet werden. Das Holz fühlt sich trocken an, hat seine natürliche Farbe behalten und ist recht leicht geworden. Nach dem Vermessen wird deutlich, dass eine Schwindung in der Höhe um 11 mm und in der Breite um 8 mm stattgefunden hat. Da aber die Dimensionen des Probestückes gleichgeblieben sind ist eine Schwindung von 1,7% in der Höhe und 4% in der Breite konservatorisch vertretbar. Über 9 Wochen wurden die Brunnenteile mit der Gefriertrocknungsanlage Zirbus Sublimator 500 gefriergetrocknet. Anschließend wurden die Teile mit einem Silan-Klebstoff verbunden und in einem präparierten OSB-Plattengestell eingebaut, welches die Geländesituation darstellt. Durch die angewendete Gefriertrocknung war es möglich ein Nassholz der Klasse II schnell in einen ausstellungsfähigen stabilen Zustand zu überführen. Das leichte Holz und die hohlraumbauweise der Unterkonstruktion kann die das Ensemble gut gehandhabt und eingebaut werden. Die äußeren Schichten des Holzes sind mehr als das Innere abgebaut. Deshalb sind diese Bereiche mechanisch wenig belastbar und es muss über eine Festigung in naher Zukunft nachgedacht werden. [1] C. Wayne Smith, Archaeological conservation using polymers: Practical Applications for Organic Artifact Stabilization, College Station Texas, 2003, Seite 22 [2] Per Hofmann, Diagramm Seite 6, http://www.hansekogge.de/hkwcms/download.php?de541f53f90383587de3db37b9bc817b

The preservation, restoration and preparation for the exhibition of the tube well from Seebergen Joerg Haegele TLDA, Humboldtstrasse 11, 99423 Weimar/Thuringia Germany Keywords: wet wood conservation, archeological wood, freeze-drying Poster Abstract: In the spring of 2008 was found during excavations in Seebergen / Thuringia, a tube well from the RCC. Since this kind of finds of Thuringia on the soil condition is something special to the tube well are shown in an exhibition. After cleaning the fragments of the wood can be determined as fir. Furthermore, a water content can be detected by 246%. The conservation could not begin, the parts of the fountain in PE foil were wrapped and frozen. In the summer of 2011 was the design for the exhibition "Celts and Teutons" in the castle Friedenstein Gotha created 13.11.2011-12.02.2012 and the well was to be an integral part. It had found a way to conserve parts of the tub well. The wood of the tube well is to be classified with 246% water content in the class II and it would result in a shrinkage of untreated to about 35%. For this reason, the wood should be soaked prior to drying. This is due to technical and time constraints (the preparatory period of the well to the presentation about 3 months) is not possible. For this reason was chosen for a test of conservation with the help of the freeze-drying. The testing was part of the tube well (640mm height, 197mm width, 50 mm thick) taken from the frozen cell and transfer the outline onto a slide. Afterwards the pieces of freeze drying are dried over a period of seven days. The wood feels dry, has retained its natural color and weighs little. After measuring it is clear that there has been a shrinkage in height by 11 mm and width of 8 mm. However, since the dimensions of the specimen are the same a shrinkage of 1.7% in height and 4% in width is acceptable for conservation. Over 9 weeks, the part of tube well in the freeze dryer Zirbus Sublimator 500 freeze-dried. Then the parts were connected with a silane adhesive, and in a prepared OSB panel frame fitted, which represents the terrain situation. By the applied freeze-drying, it was possible a wet wood grade II to quickly transform into a stable condition suitable for exhibition. The simple construction can be easily handled and installed. The outer layers of wood are more degraded than the interior. Therefore, these areas are less mechanically resilient and it has to be thinking about a consolidation in the near future.

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Hägele, Jörg: Die Konservierung, Restaurierung und Vorbereitung zur Ausstellung des Röhrenbrunnens aus Seebergen. 2013.

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