Diskussion des Stellenwerts der Sentinel-Lymphonodektomie beim Malignen Melanom der Haut anhand des Patientenguts der Klinik für Dermatologie und Allergologie, Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt : retrospektive Auswertung der Jahre 1999-2009

Beger, Josefine

Beim Malignen Melanom der Haut handelt es sich um eine bösartige Tumorentität mit steigender Inzidenz und gleichbleibender Mortalität in Deutschland. Der Metastasie-rungsprozess betrifft in zwei Drittel der Fälle den SLN als erstes Zielorgan. Die Proble-matik des Malignen Melanoms, insbesondere im Bezug auf effektive Diagnostik und adäquate Therapie, ist somit sehr relevant. Diese Studie untersucht dazu retrospektiv die Ergebnisse der SLNE in der Hautklinik des KHDF über den Zeitraum 1999-2009. Es zeigte sich, dass im KHDF mit hoher Verlässlichkeit der dem Melanom zugehörige Sen-tinel lymphszintigraphisch geortet, intraoperativ selektiv aufgespürt und bei geringer Komplikationsrate operativ entfernt wurde. Die histologische Aufarbeitung erfolgte im pathologischen Institut des KHDF unter Verwendung der HE-Färbung, sowie der Im-munhistologie mit mindestens 2 immunhistochemischen Markern. Die enge interdis-ziplinäre Zusammenarbeit mit den Kollegen der Nuklearmedizin und der Pathologie führte zu zufriedenstellenden Ergebnissen. Die Empfehlung der aktuellen deutschen Leitlinie zu Melanomen mit einer Tumordicke < 1 mm kann anhand der Studie bestä-tigt werden. Die Rezidivrate war sehr gering und rechtfertigt keinen routinemäßigen Einsatz der SLNE in dieser Patientengruppe. Ob eine Ausdehnung auf Tumore zwischen 0,76 und 1,00 mm erfolgen soll, kann nicht abschließend geklärt werden. Da bei allen rezidivierenden Tumoren dieser Gruppe eine Tumordicke > 0,75 mm bestand, sollte der Einsatz bei diesen Tumoren in einem größeren Kollektiv geprüft werden. Da Stu-dien Vorteile durch Einsatz der SLNE auch im Kopf-Hals-Bereich nahelegen, sollte die Indikation zur SLNE in diesen Fällen gestellt werden. Die operative Umsetzung könnte in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Klinik für Hals-Nasen und Ohrenheilkunde erfolgen. Weiterhin ist der routinemäßige Einsatz der SLNE bei Tumoren > 4 mm bei akzeptablen chirurgischen und anästhesiologischen Risiken wünschenswert, um ein exaktes Tumorstaging zu ermöglichen und eine regionäre LK-Metastasierung und da-mit einhergehende Einbußen an Lebensqualität zu verhindern. Kongruent zur Studien-lage zeigt vorliegende Studie, dass das Ergebnis der SLNE eine große prognostische Aussagekraft besitzt. Es zeigen sich signifikante Unterschiede in der Überlebenswahr-scheinlichkeit, sowie der Rezidivrate zwischen den Gruppen SLNE-negativ und –positiv. Der Goldstandard als Stagingmethode kann durch die Studie validiert werden. Ein zentrales Anliegen war die Untersuchung des therapeutischen Effekts der SLNE. Unse-re Studie zeigte Verbesserungen im krankheitsfreien Überleben, wie auch im Gesamt-überleben. Dies kann im Sinne eines therapeutischen Effekts interpretiert werden. Das Studiendesign (retrospektive Studie), die Patientenzahl und die teilweise zu kurze Nachbeobachtungszeit müssen bei der Interpretation dieser Ergebnisse bedacht wer-den. Ein weiteres Ziel war die Entwicklung eines Modells zur Prädiktion eines positiven Befundes bei der SLNE. Damit sollte eine präoperative Eingrenzung des Patientenkol-lektivs, vor dem Hintergrund der geringen Anzahl SLN-positiver Patienten, ermöglicht werden. Es konnten zwei starke Prädiktoren (Tumordicke, Ulzeration) im Einklang mit der momentanen Studienlage identifiziert werden. Ein klinischer Einsatz ist bisher noch nicht möglich. Eignung und Übertragbarkeit müssen an weiteren Patienten überprüft werden. Die sich an die SLNE anschließende iLND erfolgte im KHDF verlässlich. In der deskriptiven Statistik wurden auch hier prädisponierende Faktoren beschrieben. Auf-grund der kleinen Kollektivgröße besitzen diese aber keine statistische Aussagekraft.

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Beger, Josefine: Diskussion des Stellenwerts der Sentinel-Lymphonodektomie beim Malignen Melanom der Haut anhand des Patientenguts der Klinik für Dermatologie und Allergologie, Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt. retrospektive Auswertung der Jahre 1999-2009. 2013.

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