Longitudinalstudie zur normalen Entwicklung autonomer Rhythmen im II. und III. Schwangerschaftstrimester mittels Herzfrequenzvariabilitätsanalyse

Rudolph, Anja GND

Die Herzfrequenzvariabilität spiegelt die durch Sympathikus und Parasympathikus vermittelten neurovegetativen Regulationen wieder, die sich während der fetalen Entwicklung herausbilden. Die fetale Magnetkardiographie gilt als die zuverlässigste Methode um bereits ab der 20. Schwangerschaftswoche elektrische Signale des fetalen Herzens zu erfassen. Das Ziel der Arbeit bestand darin zu prüfen, ob Phasen autonomer Reifung mit Hilfe geeigneter Herzfrequenzvariabilitäts-Parameter genauer erfassbar sind, bzw. ob ein longitudinales Studiendesign die präzisere Einschätzung pränataler Reifung ermöglicht. Es wurden 42 Feten mittels fetaler Magnetkardiographie über 30 min/Messung im Rahmen einer Längsschnittstudie untersucht. Es wurden geeignete Parameter berechnet und anschließend die Ergebnisse der Längsschnittstudie mit den Ergebnissen von 72 Probandinnen aus einer bestehenden Querschnittstudiendatenbank verglichen. Die größte vegetative Reifung konnte dabei am Übergang in das dritte Trimester nachgewiesen werden. Der Höhepunkt der parasympathischen Reifung lag zwischen der 24. und 31. Schwangerschaftswoche. Über den autonomen Informationsfluss konnte eine zunehmende Komplexität der neurovegetativen Koordination zwischen der 24. und 31. Schwangerschaftswoche gezeigt werden. Die untersuchten Herzfrequenzvariabilitäts-Parameter sind in der Lage die Reifung vagaler und sympathischer Aktivität und deren komplexe Koordination quantitativ zu erfassen. Dazu konnte in der Arbeit der Entwicklungssprung am Übergang zum dritten Trimester aufgrund des longitudinalen Studiendesigns klar beschrieben werden. Es ist die Berücksichtigung definierter fetaler Verhaltenszustände notwendig, die nicht zwangsläufig in einer 30 min Messung auftreten, weshalb der Fokus auf dem häufiger auftretenden aktiven Verhaltenszustand lag. Die hier erlangten Ergebnisse stellen wesentliche Bausteine für die Entwicklung eines klinischen fetalen Monitoringsystems zur Reifungs- und Risikoeinschätzung dar.

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Rudolph, Anja: Longitudinalstudie zur normalen Entwicklung autonomer Rhythmen im II. und III. Schwangerschaftstrimester mittels Herzfrequenzvariabilitätsanalyse. 2013.

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