Analyse der Gesichtsschädelfrakturen am Jenaer Patientengut

Busch, Hedda Anne-Rose GND

Die Traumatologie des Gesichtsschädels ist ein wichtiger Versorgungsschwerpunkt in der MKG des Universitätsklinikums Jena. Studien zeigen den länderspezifischen bzw. regionalen Einfluss auf Ätiologie und Lokalisation der Gesichtsschädelfrakturen (GSF) und den geographischen und sozioökonomischen Einfluss auf Schweregrad, Diagnostik und Versorgung. Die vorliegende Arbeit analysiert Typus, Lokalisation, Ursache und Prävention der GSF. Dafür wurden 894 Patientendaten und Röntgenbilder (April 2005 – März 2009) retrospektiv erhoben, die Frakturen (Fx) nach ICD-10 (S02.1 bis S02.6) klassifiziert und mit der binären logistischen Regression ausgewertet. Ca. 75 % der Patienten sind männlich. Die höchste Unfallhäufigkeit liegt bei Männern mit 30 % im 2. und bei Frauen mit 19 % im 8. Dezennium. Im Durchschnitt sind Frauen 56 Jahre und Männer 37 Jahre alt. Über 90 % der Patienten wurden operiert bei 6 Tagen Klinikaufenthalt. Von 1.208 ist mit 40 % die Fraktur im Mittelgesicht (MG) mit Orbitabodenbeteiligung die häufigste, gefolgt von Unterkiefer- (UK) mit 29 % und Nasenbeinfrakturen mit 23 %. Zusammen ergibt sich ein Verhältnis MG zu UK von 7:5, 5 % sind kombinierte MG- und UK-Frakturen. Hauptursachen sind Stürze (32 %), Rohheitsdelikte (RD, 26 %), Verkehrsunfälle (VU, 26 %), Sportunfälle (SU, 8 %) und nicht näher klassifizierte Ursachen (8 %). Davon sind 8 % Arbeitsunfälle. RD und VU stehen mit isolierten Orbitaboden-, MG-, Zahn- und UK-Frakturen sowie SU mit UK-Frakturen in einem signifikanten Zusammenhang. Stürze sind mit Frakturlokalisationen nicht signifikant. Die Präventionen wurden ungenügend dokumentiert und daher nicht ausgewertet. Die Anamnese zusammen mit weiteren epidemiologischen Analysen könnte detailliertere Erkenntnisse zur Stärkung der Prävention ergeben, um durch geeignete Maßnahmen schwere Verletzungen bereits im Vorfeld mindern zu können.

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Busch, Hedda Anne-Rose: Analyse der Gesichtsschädelfrakturen am Jenaer Patientengut. 2012.

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