PT Unknown AU Groh Dr. med., M TI Neuer Funktionstest zur Qualitätssicherung transfundierter Plättchen (PLT) aus Thrombozyt-Apherese-Konzentraten (TAK) PD January PY 2012 WP https://www.db-thueringen.de/receive/dbt_mods_00019783 LA de DE Thrombozytensubstitution / Funktionsdiagnostik AB Einleitung: Für eine einwandfreie Therapie mit Thrombozyten sind routinemäßige und standardisierte Thrombozytenfunktionstests unabdingbar, um aus klinisch-therapeutischen und letztlich auch ökonomischen Gesichtspunkten eine optimale Versorgung sicher zu stellen. Für dieses hohe Ziel eignet sich der „Platelet ADhesion Assay“ (PADA). Derzeit besitzt er noch keine Zulassung für den geforderten Funktionsnachweis. Er reflektiert mit der Bestimmung des Adhäsionsindex (AI) aber die für die Hämostase unabdingbare Adhäsion der PLT an unlöslichen Oberflächen und gelingt ohne Zusatz von Agonisten sowohl mit PLT aus frischen und gelagerten AP-TK (vor Transfusion [TF]) als auch im citrierten Vollblut (nach TF). Material und Methode: Wie untersuchten den lagerungsabhängigen AI mit einem Referenzwert von 50±11 der PLT an 93 AP-TK. Dabei erfolgten die Messungen an 2,3,4 oder 5 Tage gelagerten AP-TK unmittelbar vor TF und ca. 1 Stunde nach TF. Der PADA bei den AP-TK vor TF wurde jeweils im Doppelansatz durch entsprechenden Zusatz von Testerythrozyten mit einem annähernd physiologischen Hämatokrit (HK) im Mittel von 0,39 bzw. einem patientenadäquaten HK im Mittel von 0,23 durchgeführt, um die Korrelation und die bereits bekannte signifikante Abhängigkeit des AI vom HK zeigen zu können (p<0,001; r=0,651). Weiterhin sind an diesen Tagen der PLT-Aktivierungsmarker CD62P vor und nach TF sowie das korrigierte Inkrement (CCI) und die Recovery nach TF ermittelt worden. Resultate: Bei den Versuchen mit dem PADA an AP-TK-PLT vor und nach TF hat sich wie erwartet gezeigt, dass sich die Adhäsivität der PLT mit der Zunahme der Lagerungszeit signifikant verschlechtert. Besonders gravierend zeigte sich dabei ein Abfall des AI ab einer Lagerungszeit von mehr als 3 Tagen. Er lag bei den AP-TK-PLT vor TF am Tag 2 durchschnittlich bei 14,2±0,9, am Tag 3 bei 13,8±1,1 und fiel bis zum Tag 4 auf einen Wert von 10,7±1,1 bzw. 10,6±1,3 am Tag 5 ab. Noch eindrücklicher erwiesen sich die Messdaten der AP-TK-PLT nach TF: Der Tag 2 ergab einen AI von 57,1±3,4 und der Tag 3 lag noch relativ hoch bei 53,4±2,5. Am Tag 4 sank er jedoch einbruchartig auf einen Wert von 41,8±3,3 ab und war mit einem AI von 41,4±2,4 am Tag 5 nahezu unverändert. Mit zunehmender Alterung der AP-TK-PLT vor TF stieg deren Voraktivierung hochsignifikant an: Zunahme von CD62P (p<0,001). Nach TF kam es zu einem inversen Verlauf des CD62P: Es fiel mit zunehmender Lagerung signifikant ab (p<0,05). Eine niedrige Voraktivierung frischer AP-TK vor TF führt zu einer verminderten Eliminierung nach TF mit einem dementsprechend hohen CCI und Recovery. Bei alten AP-TK-PLT mit hoher Voraktivierung vor TF kommt es somit zur zunehmenden Eliminierung nach TF und konsekutiv zur signifikanten Abnahme des CCI und der Recovery (p<0,05). Diese signifikante lagerungs- und voraktivierungsabhängige Abnahme des CCI und der Recovery konnten wir in unseren Untersuchungen nachweisen. Schlussfolgerung Mit unserer Arbeit konnte, zusätzlich zur Messung der Funktion von AP-TK-PLT vor TF, erstmalig die Funktion derselben Thrombozyten nach TF an Patienten in Aplasie gezeigt werden. Resümierend sollten routinemäßig Funktionsuntersuchungen zur Qualitätssicherung von AP-TK-PLT erfolgen. Unter Nutzung des standardisierten und kostengünstigen PADA zeigen unsere Ergebnisse, dass nur bis Tag 3 gelagerte AP-TK-PLT bei einem möglichst physiologischen HK eine optimale Funktion gewährleisten und daher übertragen werden können. Unter Nutzung des standardisierten und kostengünstigen PADA zeigen unsere Ergebnisse, dass nur bis Tag 3 gelagerte TAK-PLT bei einem möglichst physiologischen HK eine optimale Funktion gewährleisten und daher einen ausreichenden hämostatischen Effekt nach TF erzielen können. Denn die lagerungsinduzierte zunehmende Plättchenaktivierung und abnehmende Adhäsivität in den TAK ist mit einer verminderten Antwort auf Agonistenstimulation, einem kurzen Überleben der transfundierten PLT und einer verlängerten in vitro Blutungszeit assoziiert und bestimmt daher maßgeblich die klinische Effektivität der TF Die stetig ansteigenden Transfusionen von Blutprodukten, wie Thrombozyt-Apherese-Konzentrat-Plättchen (TAK-PLT) sind wesentlich in Thrombozytopenien bei primär und sekundär bedingter Knochenmarksinsuffizienz begründet. Die stetig ansteigenden Thrombozytentransfusionen (TF) der letzten Jahre sind wesentlich in Thrombozytopenien bei primär und sekundär bedingter Knochenmarksinsuffizienz begründet, bei denen eine TF von Blutprodukten, wie Thrombozyt-Apherese-Konzentrat-Plättchen (TAK-PLT), erforderlich werden kann. ER