Respiratorische Riechreizfolgereaktionen bei hyposmischen Patienten

Stark, Doreen

Die Respirationsolfaktometrie ist eine Untersuchungsmethode, die mit Hilfe des olfakto-respiratorischen Reflexes die Riechfunktion des Patienten untersuchen kann. Ziel dieser Studie war es herauszufinden, ob auch unterhalb der olfaktorischen Wahrnehmungsschwelle riechreizbezogene Atemänderungen dokumentiert werden können und so die Aussagekraft der Methode verändern. Mit Hilfe der subjektiven Testbatterie der Sniffin’ Sticks wurden die 33 Patienten auf eine Hyposmie getestet. Alle Probanden wurden fünfzehnmal mit Schwefelwasserstoff in 3 verschiedenen Konzentrationen (0,5 ppm, 2 ppm, 4 ppm H2S) gereizt. Die Reizdauer betrug exakt 2 s (Interstimulusintervall jeweils mindestens 60 s). Fünf Atemzüge während bzw. nach Stimulusapplikation wurden – abhängig von der Wahrnehmung - statistisch auf respiratorische Riechreizfolgereaktionen (RRFR) untersucht. Es zeigte sich kein signifikanter Reaktionsunterschied bezüglich der Reizkonzentration, d.h. sowohl die mittleren als auch die starken H2S-Reize brachten nahezu die gleiche Anzahl an Reaktionen. Signifikant häufiger zeigten die Patienten eine Reaktion auf wahrgenommene Reize. Ohne Wahrnehmung wurde in ca. 1/3 der Fälle eine Atemunregelmäßigkeit dokumentiert. Die Atemunregelmäßigkeiten nach nicht wahrgenommenen Stimuli werden als riechreizunabhängige Atemschwankungen angesehen. Insgesamt kann beim Auftreten einer RRFR von einem wahrgenommenen olfaktorischen Input ausgegangen werden. Eine fehlende RRFR bestätigt hingegen nicht zwangsläufig eine Anosmie. Selbst bei Wahrnehmung eines Riechreizes kann eine RRFR fehlen. Die Intaktheit des olfaktorischen Eingangs ist immer dann anzunehmen, wenn die Rate riechreizbezogener Atemänderungen bei wiederholter Reizung, die Rate nach Leerreizen – oder wie hier nach unterschwelligen Stimuli – übersteigt.

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Stark, Doreen: Respiratorische Riechreizfolgereaktionen bei hyposmischen Patienten. 2010.

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