Die operative Therapie pyogener Wirbelsäulenerkrankungen in der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Jena in dem Zeitraum von 2000 - 2007 : eine retrospektive Untersuchung zu Symptomen, Ursachen, Therapie und Verlauf bei 75 Patienten

Gartemann, Jens Martin

Bakteriell entzündliche Infektionen im Bereich der Wirbelsäule bzw. des Spinalkanals stellen sehr seltene, aber aufgrund ihrer unspezifischen Symptomatik und daher oft verspäteten Diagnose und der damit verbundenen Gefahr bleibender neurologischer Schäden, chronischer Schmerzen und septischer Verläufe nicht minder ernsthafte und zum Teil lebensbedrohliche Erkrankungen dar. In dieser retrospektiven Arbeit wurden 53 Patienten mit einer Spondylodiszitis und 22 Patienten mit einem rein intraspinalen Empyem, die in dem Zeitraum von 2000–2007 in der Klinik für Neurochirurgie der Friedrich-Schiller-Universität operativ versorgt wurden, im Hinblick auf die präoperative klinische Symptomatik, die Diagnostik, die operative und antibiotische Therapie, den Verlauf und letztendlich das klinische Outcome untersucht. In 54,7% d.F. wurde der Erreger Staph. aureus als häufigster Keim nachgewiesen, an dem sich im Zweifelsfall die kalkulierte Antibiose ausrichten muß. 91% der Patienten zeigten präoperativ zum Teil erhebliche Rückenschmerzen und 63% wiesen bereits neurologische Defizite auf. Davon 37% ein inkomplettes und immerhin 9,3% ein komplettes Querschnittsyndrom. In Abhängigkeit des betroffenen Wirbelsäulenabschnittes und des Instabilitätsausmaßes der Wirbelsäule wurden bei den Spondylodiszitis-Patienten verschiedene Stabilisierungen, die allgemein kontrovers in der Literatur diskutiert werden, durchgeführt. Alle Empyem-Patienten erhielten eine reine Dekompression. Unter dem durchgeführten Therapiekonzept trat kein Rezidiv auf. Trotz einer Verbesserung der neurologischen Defizite bei insgesamt 61,2% der initial betroffenen Patienten blieben bei 61,7% dieser Patienten Residuen (40,5% davon Frankel Grad A-C) zurück. Die Mortalitätsrate betrug 6,7%. Die Ergebnisse dieser Arbeit verdeutlichen in Übereinstimmung mit der aktuellen Literatur die Wichtigkeit einer frühzeitigen Diagnosestellung bei dann guter Behandelbarkeit zur Vermeidung ernsthafter Komplikationen und Konsequenzen.

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Gartemann, Jens Martin: Die operative Therapie pyogener Wirbelsäulenerkrankungen in der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Jena in dem Zeitraum von 2000 - 2007. eine retrospektive Untersuchung zu Symptomen, Ursachen, Therapie und Verlauf bei 75 Patienten. 2010.

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